[1] Er hat dies auch später gethan, indem er der englischen Regierung die Oberhoheit über sein Gebiet antrug.

Des Missionärs Häuschen war nur auf das Nothdürftigste eingerichtet, denn aus den eben erwähnten Gründen betrachtete Rev. Webb seinen Aufenthalt nur als provisorischen, überdies war Molema selbst Prediger und den weißen Missionären nicht sehr gewogen. Rev. Webb und seine Frau, die ihrem Lebensgefährten in dieser Abgeschiedenheit treu zur Seite stand, riethen mir, baldigst nach Moschaneng aufzubrechen.

Herr Webb begab sich hierauf zum Chef Molema, um ihm meine Ankunft anzuzeigen. Als er heimkehrte, kam er mit dem an Asthma leidenden alten Manne zurück, der mich herzlich willkommen hieß und meinte, daß außer dem Naka (Doctor) Livingstone noch kein Naka zu ihm gekommen sei, er zeigte sich über meine Ankunft sehr erfreut, denn er hoffe, daß ich ihm doch ein Molemo (Medicament) bereiten werde, das ihm den garstigen Husten benehmen und ihm ein freieres Athmen gestatten würde. Zugleich lud er mich ein, ihn am folgenden Morgen zu besuchen, sowie meinen Aufenthalt auf einige Tage auszudehnen, er wolle mir als Gegenleistung ein fettes Schaf senden.

Am Morgen des 2. Decembers machte ich einen Ausflug thalaufwärts und fand dieses in allen, mächtige Humuslagen aufweisenden Partien dicht mit Kafirkorn angebaut. Ich war durch die ersten Anzeichen einer von Grahamstown bis zum Molapo vermißten tropischen Vegetation überrascht, welche sich durch manche Species bemerkbar machte, anderseits traf ich hier auch Pflanzen der gemäßigten Zone, in artenreicher Zahl, so Campanula Saponaria, Veronicae, mehrere der doldenblüthigen Euphorbiaceen und andere; auf den Wiesenflächen stand das Gras 4 Fuß hoch. Ich erlegte einen Fischreiher, mehrere Finkenarten, darunter zwei Feuerfinken und zwei Spornkibitze, die mich durch ihr lautes »Tik-Tik« angelockt hatten. Die auf den Feldern arbeitenden Frauen sahen bedeutend reinlicher als die Batlapinen aus und ich mußte auch später, als ich von Molema's Town schied, diesen sogenannten nördlichen Barolongen eine höhere Stufe als den Batlapinenstämmen und selbst als den Mokalana, Marokana etc. oder südwestlichen Barolongen einräumen, obgleich sie im Ackerbau und der Viehzucht von den südöstlichen Barolongen, die unter Maroka in Taba Unschu und der Umgebung dieser über 10.000 Einwohner zählenden Stadt wohnen, übertroffen werden; jenen kommt allerdings die Pferdezucht zu Gute, welche am Molapo wie in der Transvaal-Republik durch die grassirende Pferdekrankheit vereitelt wird.

[Feldapotheke.]

[Die Ueberbringer der Arznei.]