[Klippdachsjagd.]

Wir schlugen eine nordwestliche, dann eine nördliche Richtung ein und hatten zwischen der verlassenen Stadt und dem zweitnächsten Flusse, den Koluany, den wir zu überschreiten hatten, ein Hochland zu durchziehen, welches an Schönheit der Gebirgsscenerien en miniature nur von dem großartiger geformten Makalaka-Höhenlande (Westmatabele) übertroffen wird. Das Hochplateau ist theilweise Busch-, theilweise freies Grasland, doch hie und da auch dünn bewaldet und von einer Unzahl bis an 80 Fuß hohen meist pyramidenförmig geformten, aus riesigen Granitblöcken bestehenden Felsenhöhen übersäet. Da sich in ihrer Nähe der Boden in der Regel feucht erhält, sind sie von einem Mimosengürtel umsäumt und von üppigster Vegetation bedeckt, in welcher sich namentlich kleine Aloëarten und niedrige cactusförmige Euphorbiaceen, doch auch Stapelien bemerkbar machen und letztere mit ihren dunklen, sammtartigen, fein behaarten, erstere mit ihren schönen rosa- und dunkelrothen Blüthen und die Euphorbiaceen durch ihre Formbildung besonders hervorstechen und um so wirkungsvoller in das Auge fallen, als sich ihr Bild hier aus einer verwitterten Felsenritze, dort zwischen zwei eng aneinander gefügten Blöcken oder aus den grauen Felsenhöhlungen anmuthig hervorhebt. Doch das, was uns am meisten aus der Pflanzenwelt an diesen interessanten Felsenkuppen auffällt, sind die Sykomoren, welche mit hellgrauen, dicken wulstigen, bald breiten und flachen, bald netz- oder auch gabelförmigen Wurzeln senkrechte Felsenwände überziehen um in einer Höhe von 2-10 Fuß und darüber (von der Ritze, aus der diese Wurzeln gekommen) in den fleischigen, gedrungenen, mit schönen großen Blättern und einer schattigen Krone geschmückten Stamm überzugehen. Oxalis, Farrenkräuter und Moose sowie Flechten sind in artenreicher Anzahl vorhanden; auch beobachtete ich auf diesem Plateau neue Lepidopteren und Käfer, und fand von Säugethieren marder- und katzenartige Raubthiere, sowie auch den Klippdachs zahlreich vertreten. Nach Westen senkt sich das Hochplateau gegen einen nach Regen zu einem Flusse angeschwollenen und von Moschaneng von Norden bei Westen, dann Nordwesten und endlich Norden fließenden und in den Masupa-River mündenden Bach. Der Abfall ist steil, oben bewaldet, ein Lieblingsaufenthalt der Hyäna brunea und punctata, doch hauptsächlich des Caracal und des Leopard.[[1]]

[1] Siehe [Anhang 19].

[Naprstek-Höhen.]

[Wolfshyänen eine Viehheerde überfallend.]