[1] Dieselben hatten bei einer Höhe von über 60 Fuß einen Stamm-Durchmesser von zwei Fuß.

In jedem größeren Gehöfte in der Stadt fand ich einen Pflug und überall ragten Wagendächer zwischen den kegelförmigen Grasdächern hervor. Dem Rathschlage Rev. Jensens folgend, haben es die Baharutse verstanden, die an den westlichen Höhen des Thalkessels entspringende Quelle des Matebeflüßchens auszunützen; sie wird theilweise durch die Stadt, doch auch in mehreren Armen durch die Felder und Obstgärten geleitet und sowohl zur Bewässerung des angebauten Landes, als auch als Wasserleitung für häusliche Zwecke in Anspruch genommen. Die erwachsene männliche Bevölkerung zahlte zehn Shillinge Kopfsteuer an die Transvaal-Republik und war im Kriegsfalle verpflichtet, Männer und Zugthiere beizustellen. Rev. Jensen war mit der Inempfangnahme der Kopfsteuer betraut und lieferte sie an die Regierung ab, wofür ihm keine Vergütung irgend einer Art zu Theil wurde, obgleich er jährlich an 400 £ St. abgab.

Um das Missionsgehöfte ziehen sich die Gärten und Felder, in denen Mais und Weizen angebaut wird und Pfirsiche, Aprikosen, Birnen, Feigen, Orangen und Zitronen gedeihen, deren Ertrag eine willkommene Beisteuer zu dem allzu bescheidenen Gehalt des Missionärs bildet. In dem kleinen Blumengärtchen begrüßten wir alte Bekannte aus der trauten Heimat, da gab es mehrere Arten von Rosen, theils einzeln, theils als Hecken gezogen, Schwertlilien, die buntfarbigen, duftenden Nelken, den Pfeifenstrauch, verblühte Tulpen, Hyazinthen etc.

Das Familienleben des Missionärs unter den hohen Bluegum-Bäumen am Matebeflüßchen glich einer stillen, glücklichen Idylle, und war um so beachtenswerther, als sie den dunklen Nebenmenschen ein leuchtendes Vorbild war. Rev. Jensen theilte uns auch mit, daß sicheren Nachrichten zufolge, die über Capstadt von Zanzibar gekommen waren, Livingstone einem Ruhr-Anfall am Bangweolo-See erlegen sei, was unsere allgemeine Freude über die freundliche Aufnahme nicht wenig trübte. Von Rev. Jensen erfuhr ich, daß der erste Begleiter Livingstone's auf seinen Missionsreisen in Linokana noch lebe.

Der Häuptling Moiloa beklagte sich bei mir durch Rev. Jensen über das Betragen einiger Weißen, die in die Stadt gekommen waren, namentlich eines Photographen von Gewerbe (eines Amerikaners) und eines Engländers, der sich C.H. nannte. Rev. Jensen berichtete mir eine höchst interessante Heilung von Schlangenbiß, die er an einem Bewohner Linokana's beobachtet hatte. Ein Mann war während des Holzfällens von einer Cobra gebissen worden. In seiner Angst laut schreiend, ließ er Beil und Pfähle im Stiche und lief aus Leibeskräften über Stock und Stein nach dem Missionshause zu. Verwundert sieht Jensen einen über und über mit Schaum bedeckten Mann heranstürzen, der, bei ihm angekommen, vor Ermattung niederfällt und kein Wort zu stammeln im Stande ist. Als er nach einiger Zeit zu sich kommt und die Wunde vorzeigt, war ihre nächste Umgebung nur etwas geschwollen, allein der Mann fühlte sich ganz wohl und ward gesund, ohne ein Medicament genommen zu haben. Der heftige und reichliche Schweiß hatte zweifellos das Gift aus dem Körper getrieben.

[Scene aus dem Leben der Baharutse.]

Die Baharutse besitzen zahlreiche Heerden, obgleich sie jährlich eine bedeutende Anzahl durch die herrschende Lungenseuche verlieren.[[1]]

[1] Nur durch von der Regierung erlassene Maßregeln und durch die Einführung von Acid. sulphuricum dilutum als Specificum, wird man mach meinem Dafürhalten diesem Uebel kräftig entgegenwirken und damit ein großes Capital, das jährlich im Transvaal-Gebiete nutzlos verloren geht, vielleicht retten können.