Linokana (=ein kleiner Fluß—Li=der—noka=Fluß—nokana=Flüßchen) wurde früher, aber nur zu Lebzeiten des Häuptlings Moiloa und ihm zu Ehren Moiloa genannt. Für den Sammler ist, wie Karl Mauch dies bestätigt hat, ein mehrwöchentlicher Aufenthalt in Linokana sehr lohnend. Mit Ausnahme der Mamalia sind naturhistorische Objecte aller Art reichhaltig vertreten.[[1]] Die Höhen, von denen der nördliche der To- (Elephanten-), der östliche Po- (Büffel-) Berg genannt werden, die Wiesen und morastigen Partien des Matebethales, die bewaldeten des Notuany zeigen eine große Reichhaltigkeit an Vögeln, unter denen namentlich Raubvögel, langschwänzige Finken, Bienenfänger, grünliche Tauben und Purpurreiher etc. auffallen.
[1] Eisenhaltiger Schiefer sowie der harte graue Transvaal-Kalkstein mit Kalkspath, Blei-, Eisen-, und Kupfererzen durchschlossen und ganze Hügel von Petrefacten, der letzten Periode angehörend, welche deutlich auf ein Vorhandensein heißer Quellen schließen lassen, werden die mineralogischen Sammlungen bereichern.
In früheren Zeiten hatte Moiloa große Treibjagden veranstaltet, welche auf der westlichen Hochebene abgehalten wurden. Er ließ große Flächen derselben umzingeln und die Treiber das aufgescheuchte Wild gegen den Abfall der Hochebene nach Linokana zu treiben, wo es von den Schützen erwartet und zum großen Theile erlegt wurde.
Am 16. verließ ich Moiloa's freundliche Ackerbauer und schlug eine südliche Richtung ein, um nach Zeerust zu gelangen. Wir kamen am selben Tage bis zur nächsten schönen Farm, die dem Fieldeornet Martin Zwart gehörte, und den wir eben mit der Destillation von Pfirsichbranntwein beschäftigt fanden. M. Zwart besaß hier zwei Farmen, hatte mehrere an der Grenze verkauft und befand sich trotzdem in keineswegs rosigen Verhältnissen. Gleich vielen anderen einst wohlhabenden Farmern ließ die leidenschaftlich betriebene Jagd auch ihn nicht aufkommen. Er war 21 Jahre lang Jachter (Jagter-Jäger) gewesen, während welcher Glanz- und zugleich Verarmungsperiode er 294 Elephanten erlegt hatte.
[Südafrikanische Trappe.]
Im Notuanythal aufwärts zu den Quellen dieses Flusses ziehend, unternahm ich eine Excursion, nach der Farm des Oosthuisen, der hier mit mehreren Verwandten in einem schönen Thalkessel wohnte. Seine Farm ist nennenswerth reich an Kupfererzen, welche auch hier zuvor von den Eingebornen gewonnen, geschmolzen und zu Armringen etc. verarbeitet wurden; ebenso wie man an den Höhen unfern der Matebequellen bei Linokana Stellen findet, an denen Eisenerze in ähnlicher Weise verarbeitet wurden. Oosthuisen beschäftigte sich namentlich mit Mais-, Weizen- und Tabakbau und dem Gerben von Thierfellen, die er den aus dem Inneren heimkehrenden Jägern abgekauft hatte. Nach Zwarts Farm zurückgekehrt, fuhren wir zwei Stunden später in das nahe liegende Zeerust, den Sitz der Behörde für den District Marico. Damals nur aus circa 40 Häusern bestehend, hatte das Städtchen eine mit hoher Mauer umfriedete holländische Kirche, welche bei der früheren Unsicherheit der Gegend, der holländischen Bevölkerung der nächsten Umgebung als Zufluchtsort diente.