Auf dem Wege vom Schoenspruit nach Potschefstroom entdeckte ich auf der ersten Höhe ein interessantes Felsenthor und mehrere senkrecht aus der Erde meist halbkreisförmig aufsteigende, kammförmige Quarzit-Wälle. Die zwischen denselben gelegene Farm führt den Namen Klip-Port und eine der nächsten Farmen Klip-(Stein-)Fontein; auch hier fand ich massenhaft schönen, ein wellenförmiges Geschiebe bildenden mit Quarzit durchschossenen Eisenschiefer, wie wir es an den Quarzitfelsen auf Klip-Port beobachtet. Auch weiterhin gegen Potschefstroom zu, hatten wir enge Thäler und felsige Höhen zu überschreiten.

Am selben Tage Nachmittags langten wir in Potschefstroom an. Meinem Vorhaben gemäß verkaufte ich daselbst zwei Zugthiere, da mein Baargeld völlig erschöpft war. Freund E. und B. sagten mir hier Lebewohl, um sich nach den in Schwung gekommenen Goldfeldern des Leydenburger Districtes zu begeben und ihr Glück, das sie vergebens in den Diamantenfeldern gesucht, nochmals zu erproben; auch F. verließ mich hier.

Am 28. brach ich von Potschefstroom auf und erreichte Tags darauf Klerksdorp. Auf dieser 34 englische Meilen langen Strecke begegnete ich auffallend vielen Wägen. Es waren Kaufleute und Diamantensucher, sowie Kantinjers, welche Leydenburg mit den Diamantenfeldern zu vertauschen gesonnen waren und nun nach Gold lechzten, ebenso wie kurz zuvor Diamanten ihr Losungswort war. Ich verließ Klerksdorp noch am Abend desselben Tages und fuhr bis zum Estherspruit.

Am 30. begegneten wir der Passenger cart, dem zwischen den Diamantenfeldern und Leydenburg verkehrenden, auch die Transvaalpost befördernden Omnibus.

An der Furth des Maqwasispruit wurde mir eine angenehme Ueberraschung bereitet. Die Zugthiere an der Tränke beaufsichtigend, schlug plötzlich der Ruf: »Doctor, mein Gott, Doctor, sind Sie es?« an mein Ohr. Ich sah auf und blickte in das freundliche Gesicht der Frau P., eine jener Frauen, in deren Höfchen ich in Dutoitspan am Hill gewohnt. Sie war immer so gütig gegen mich, daß ich sie Mutter nannte. Ihr Mann wie ihr Bruder hatten sich aufgemacht, um ihr Glück, das sie in den Diamantenfeldern vollkommen im Stich gelassen, nun in den Goldfeldern zu versuchen.

Am 1. April überschritt ich den Bamboesspruit und 17 Meilen unterhalb Christiana den Vaal an Blignauts (sprich Blechnots) Fähre und langte am 7. April 1874 in Dutoitspan an. Die Gesammtauslagen dieser zweiten Reise überstiegen 9000 fl. Unter den mitgebrachten, mehr als 20 Kisten füllenden Gegenständen waren die ethnographischen Objecte, 400 an der Zahl, am besten vertreten, ihnen folgten, der Zahl und dem Werthe nach: Insecten, Pflanzen, Hörner, Reptilien, Säugethierfelle, Mineralien, Vogelbälge, anatomische Präparate, Spinnen und Krustenthiere, Weichthiere und Versteinerungen. Auch in kartographischer Hinsicht konnte ich während dieser zweiten Reise der Aufnahme meiner Routen mehr Muße widmen; leider verhinderten mich theils Wassermangel, theils verschiedene Unfälle, die der geehrte Leser bereits kennt, an einer umfassenderen Verwirklichung meiner diesbezüglichen Absichten.


XIII.

Dritter Aufenthalt in den Diamantenfeldern.