[Koles-Kopje im Jahre 1875.]
Nach Dutoitspan zurückgekehrt, erhielt ich aus Prag die erfreuliche Nachricht, daß die auf der ersten Versuchsreise und während meines Aufenthaltes in den Diamantenfeldern gesammelten Objecte, mit Ausnahme einiger beschädigter Vogelbälge und Insecten, vollkommen erhalten in der Heimat eingetroffen waren.
Ich hatte mich mit Kleidern auf 2½ Jahre, mit Lebensmitteln auf zehn Monate versehen, in den wildreichen Gegenden hoffte ich genügende Mengen Fleisch zu gewinnen, um nicht Noth zu leiden. Schließlich traf ich Vorsorge, daß mir meine Correspondenz nach Zeerust im Marico-District nachgesendet werde.
Anhang.
1) Das Museum, um dessen Gründung und Hebung sich namentlich die Herren Grey, Fairbridge und der frühere österreichische Consul, Herr Adler, hohe Verdienste erworben haben, steht mit seiner Hauptfaçade dem Tafelberge zugewendet. Es enthält theils inländische, theils auch eingetauschte oder geschenkte ethnographische und naturwissenschaftliche Gegenstände, ferner eine kleine Gemäldesammlung und eine bedeutende Bibliothek. Aus der Vorhalle, in der dem Besucher der ausgestopfte Balg eines aus der südlichen Polarzone herrührenden See-Elephanten und Gemälde von den Victoriafällen des Zambesi besonders in die Augen fallen, tritt man zur rechten in die Bibliothek, zur Linken in den großen Saal ein, der zwei Gallerien aufweist, und die ethnographischen und zoologischen Sammlungen enthält. Die ersteren sind ziemlich bedeutend, von den letzteren namentlich die Sammlung afrikanischer Mamalia, Aves, Crustaceen und Lepidoptera nennenswerth. Das Museum steht unter der Leitung eines Kurators, R. Trimen, welcher sich nicht nur um das Museum große Verdienste, sondern auch als Erforscher der südafrikanischen Lepidoptera einen Weltnamen in diesem Fache erworben hat. Auch der sich anschließende botanische Garten ist in jeder Beziehung nennenswerth, wenn er auch vielleicht nicht so viel zur Pflanzencultur beiträgt als wie jener in Grahamstown, der unter den sogenannten botanischen Gärten Süd-Afrika's, deren es mehrere gibt, wohl der bedeutendste ist. Diese Gärten sind wie in Europa theils vom Staate, theils von den Städten, in deren Nähe sie errichtet sind, theils durch freiwillige Beiträge unterhalten und sollen Erholungsorte vorstellen, wobei jedoch auch besondere Rücksicht auf Pflanzen- und Baumcultur genommen wird, so daß aus ihnen die für öffentliche Anlagen und neu zu errichtende botanische Gärten nöthigen Setzlinge bezogen werden und sie auch im Stande sind, den Bedarf an Pflanzen, Sträuchern und Bäumen für Privatgärtner und Farmer zu decken. In diesen Gärten werden jedoch auch exotische Gewächse mit vorzüglichem Erfolge cultivirt und gedeihen namentlich australische Baumarten, ferner Gewächse aus Mauritius, Madagaskar und Süd-Amerika. Vor Allem scheinen namentlich die australischen Eucalyptus-Arten sehr gut fortkommen zu wollen.
2) Port Elizabeth ist der bedeutendste Hafenplatz in der Cap-Colonie, dann folgt Capstadt, East London, Port Alfred etc., und ist der Handel in demselben meist in den Händen englischer und deutscher Kaufleute. Bei meiner Ankunft im Jahre 1872 wurden aus Port Elizabeth in der ersten Jahreshälfte 280.000 Centner Schafwolle im Werthe von 2,500.000 £ St., Diamanten im Werthe von über 1,000.000 £ St., Elfenbein und Straußenfedern im Werthe von über 100.000 £ St., Felle und Häute im Werthe von über 300.000 £ St., ferner: