| im zweiten Quartale des Jahres | |||
|---|---|---|---|
| 1878 | 1879 | ||
| Aloë | 9.150 | 3.625 | Pfund |
| Mehl | — | 5.000 | " |
| Hafer | 4.500 | 120 | " |
| Straußenfedern | 15.403 | 15.347 | " |
| Eingesalzene Fische | 1.000 | — | " |
| Angorahaar | 79.555 | 268.690 | " |
| Rindshäute | 17.476 | 14.172 | Stück |
| Rindshorn | 23.519 | 34.208 | " |
| Pferde | — | 188 | " |
| Elfenbein | 30.771 | 12.258 | " |
| Schaffelle | 250.922 | 203.741 | " |
| Ziegenfelle | 147.798 | 89.680 | " |
| Branntwein | — | 15 | Gallonen |
| Castantia-Wein | — | 76 | " |
| Wolle | 57.753.42 | 66.036.66 | Centner |
| im Werthe von | 524.730 | 509.538 | £ St. ausgeführt. |
Die Zoll-Einnahmen dieses Hafenamtes betrugen im Oktober 1879 39.915 £. St.; gewiß eine sehr beträchtliche Summe, wenn man bedenkt, daß Port Elizabeth kaum 20.000 Einwohner besitzen dürfte.
3) Bezüglich ihrer Lage gilt Grahamstown oder die Stadt der »Settlers« als die schönste Stadt der Cap-Colonie. Malerisch breitet sie sich an den Ufern des Oberlaufes des Kowieflüßchens am Abfalle der ersten Stufe des südafrikanischen Hochplateaus aus. Grahamstown ist der Sitz eines katholischen und englischen (Hochkirche) Bischofs und besitzt mehrere Bildungsanstalten. Es ist mit Port Elizabeth durch die Bahn verbunden und soll nun auch mit seinem Hafen Port Alfred durch einen Schienenstrang in engere Beziehung treten, welcher der Stadt große Vortheile bieten würde. Unter den Sehenswürdigkeiten steht der Cathedralthurm obenan (an der Kirche selbst wird gebaut), es ist der schönste in Süd-Afrika und mit den größten Glocken versehen; um die Förderung des Baues hat sich der dem Dome vorstehende Rev. Dean Williams hoch verdient gemacht. Sehenswerth sind ferner: ein Gebäudecomplex des früheren Militärkommando's für Süd-Afrika mit einem Paradeplatz und dem sich anschließenden botanischen Garten, ferner am entgegengesetzten Stadtende die Irrenanstalt und das im provisorischen Stadthause in der Bathurststraße untergebrachte Museum. Es wird von der Stadt und durch Beiträge von Privaten unterhalten und besitzt viele Versteinerungen, meist von Dr. Atherstone für dasselbe erworben, ferner eine reichhaltige ornithologische Sammlung und ein bedeutendes Herbarium. Im Allgemeinen sind alle naturwissenschaftlichen Fächer, auch das ethnographische, ziemlich gut vertreten. Im Hofraum werden einige lebende Thiere gehalten.
4 u. 5) Cradock gehört zu den bedeutenderen Städten der Colonie und wird in allernächster Zeit durch die Bahn mit Port Elizabeth verbunden sein. Die Stadt besitzt eine Merkwürdigkeit, die holländische Kirche, die mehr einem Rathhause als einer Kirche ähnelt und mit einem Kostenaufwande von 30.000 £ St. erbaut wurde.
Von großer Bedeutung für Cradock ist die Gilfillanbrücke, eine Eisenconstruction auf drei Pfeilern ruhend. Sie wurde im Jahre 1874 von dem tückischen Fish-River hinweggespült und ist seitdem um sechs Fuß höher angelegt worden. Nahe an der Stadt, theilweise auf ihrem Gebiet wie auf der nahen Farm des Herrn von Rensburg finden sich warme, schwefelhaltige Quellen, der Boden ihrer nächsten Umgebung zeigt tiefe Lagen von Asche. Zwei Wollwäschereien sind hier angelegt. Der District Cradock ist einer der bedeutendsten in der Colonie und namentlich durch seine Zucht von Angoraziegen und Straußen ausgezeichnet. Er ist einer der Gebirgs-Districte und stellenweise ungewöhnlich reich an fossilen Ueberresten des Dicyuodon. In Cradock selbst wohnte der um die Geologie des Districtes so hochverdiente Dr. Grey, leider hat ihn der Tod zu früh, bevor er noch seine Forschungen beenden konnte, der Wissenschaft entrissen.
6) Colesberg, auf der Hauptstraße von Port Elizabeth nach den Diamantenfeldern gelegen, hat in den letzten Jahren bedeutend gewonnen. Auf meiner Hinreise hielt ich mich hier nur zwei Stunden, auf der Heimreise dagegen fünf Tage auf.