[Vorspann in Süd-Afrika.]

Es blieb mir nun nichts übrig, als mich nach einem behörnten Gespann umzusehen, machte hierbei jedoch die Erfahrung, daß es unmöglich war, sofort gute Zugthiere zu erlangen und ich hätte einige Wochen auf solche warten müssen. Dies war noch schlechter, es blieb mir also keine andere Wahl, als mich mit Pferden zu versehen, trotzdem der Preis eines Pferdegespanns das Zweifache eines Ochsengespanns betrug und es angesichts des herannahenden ersten Reifes, zu welcher Zeit eine bösartige Pneumonie in Süd-Afrika alljährlich Hunderte von Pferden vernichtet, sehr gewagt war, Pferde zu nehmen. Da F. prahlte, ein geübter Rosselenker zu sein, nahm ich mir vor, ihm nicht allein das Lenken des Gespanns, sondern auch dessen Ankauf zu übergeben. Allein der Preis, den man für die Pferde forderte, überstieg meine Berechnungen und ich wäre gezwungen gewesen, meine Reise doch noch aufzugeben, wenn mir nicht mein Gefährte K. mit der nöthigen Summe ausgeholfen hätte.

[Korannagehöfte im Hart-Riverthale.]

So schieden wir denn—vier Weiße mit fünf Pferden und fünf Hunden auf einige Wochen aus der staubigen Atmosphäre der Diamantenfelder. Ich wollte mich direct nach Klipdrift begeben und im Thale des Vaalflusses abwärts bis zu der Mündung des Hart-River, sodann im Thale des Hart-Rivers nach Nordost vordringen, um einige der Batlapinenstämme kennen zu lernen und nachdem ich diesen Zweck erreicht, in mein neues Heim zurückkehren. Der mir berichtete schlechte Zustand der einzigen Straße nach Klipdrift und mein Sammeleifer bewogen mich, querfeldein über die bebuschte Ebene zu reisen. Wir schlugen daher eine nordöstliche Richtung nach der Riet-Farm, einer der von allen Seiten die Diamantenfelder umgebenden Pounds, ein. Diese ist wie die meisten der übrigen, ein höchst unbeholfen aussehendes, viereckiges Farmhaus, an das ein ebenso einfacher Wagenschuppen angebaut war; ein aus Dornbüschen gebildeter Kraal für die eigenen und eingefangenen Thiere zur Linken war Alles, was von der einst blühenden und durch die Entdeckung der Diamantenfelder im Werthe so hoch gestiegenen Farm übrig geblieben war. Nicht ein Stückchen Garten war zu sehen; unsere Aufmerksamkeit erregten nur zwölf gezähmte, junge Strauße, welche den sie beaufsichtigenden Korannajungen willig folgten.[[1]]

[1] In den letzten Jahren hat sich die Straußenzucht in Süd-Afrika so bedeutend gehoben, daß man gegenwärtig wohl über 100.000 Strauße in den Colonien hält.

Auch in der eben eingeschlagenen Richtung zeigte sich der Boden derart aufgeweicht, daß kaum an ein Fortkommen zu denken war; wir schlugen deshalb die Richtung nach Westen gegen die Old de boers-Farm zu, ein. Neues Mißgeschick! Auch hier stand das Land unter Wasser, nur ein schmaler Streifen am Fuße eines, einen künstlichen Teich umsäumenden Dammes schien passirbar; nahe gekommen, fanden wir selbst diesen Engpaß morastig. Mit vereinten Kräften gelang es, das Gefährt bis zur Mitte des Weges zu bringen, hier aber versanken die Räder bis zur Achse im morastigen Grunde und alle weiteren Anstrengungen waren nutzlos. Selbst als eine diese Strecke passirende Frau uns das Gespann ihres Karrens zur Hilfeleistung überließ, konnten wir keinen Erfolg erzielen. Ermüdet gaben wir jeden weiteren Versuch auf.