Als der Farmer meinen Eifer bemerkte, mit dem ich den gesuchteren der hier lebenden Vögelspecies nachstellte, gab er mir den Rath, mich hinter seinem Wagenschuppen zu bergen, weil sich auf dem über diesen erhebenden, theilweise verdorrten Baum ein »besonderlik Vogel« zu sonnen pflege. Ich folgte seinem Rathe und hatte die Freude denselben, einer kleinen Schlangenhalsvogelart angehörend, zu erlegen.
Die feuchten Wiesen bargen eine reiche Fülle verschiedenartigster Insecten, doch hatte das Sammeln derselben manche Schwierigkeit und Gefahr. Erstlich wimmelten diese Wiesen von Mosquitos, welche uns nicht nur Abends belästigten, sondern selbst in der Sonnenhitze Gesicht und Hände wund stachen; außerdem waren dieselben reich an Schlangen, unter denen ich eine noch nie beobachtete schwarzgraue, fast gleichmäßig fingerdicke, unten schwefelgelbe und etwa zwei Fuß lange Art erhaschte.
Aus einem Gespräche mit dem Farmer entnahm ich, daß auch mein College Mauch diese Höhlen aufgesucht und sich hier eine Zeit lang aufgehalten hatte und im Ganzen schien der Besitzer sehr stolz auf die »wondeljike chate« (Höhlen) zu sein. So oft Jemand von uns im Hause vorsprach, wurde er sofort mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Zwieback bewirthet und unser freundliche Wirth bedauerte nur, daß wir zu viel det slechte Chut (Reptilien u.s.w.) sammelten, unsere Zeit unnützer Weise verschleuderten, während wir bei ihm sitzen und über die Diamantenfelder, Duits-land und Osteriek sprechen sollten.
Manche der Farmer destilliren aus den Pfirsichen eine Art Branntwein, welcher namentlich im Transvaal-Gebiete als Perschke-Branntwein »verrufen« und bedeutend schwächer und billiger ist als jener unter dem Namen Cango in der westlichen Cap-Colonie aus Weintrauben bereitete.
VI.
Rückreise nach Dutoitspan.
Wolmaran's Farm.—Ein junger Boer.—Tabakbau im Moi-Riverthale.—Ueppige Vegetation.—Optische Täuschung.—Transportkosten und Schwierigkeiten.—Gestörte Mahlzeit.—Ein Hinterhalt.—Farm Rennicke.—Eine Vogel-Colonie.—Gildenhuis.—Eine Löwenjagd an den Maqwasihöhen.—Gekränkte Hottentotten-Ehre.—Auswanderer nach den Leydenburger Goldfeldern.—Hallwater-Farm und Saltpan. (Vermeintliche Ruine von Monopotapa.)—Batlapinen-Gerichte.—Eine unliebsame Entdeckung.—Hebron.—Ostersonntag im Vaal-River.—Ankunft in Dutoitspan.
Ich schied von Wonderfontein mit dem dankbarsten Herzen seinem Besitzer, wie der gütigen Natur gegenüber. Mit Wonderfontein war das Endziel meiner ersten Reise erreicht und ich begab mich auf den Heimweg nach Dutoitspan, bis Bloemhof dieselbe Route wie auf der Herreise benutzend.