Wohin wir auch unsere Blicke wenden mochten, überall begegneten sie einem überraschenden Reichthum an Wild jeder Gattung. Wir waren Zeugen eines Kampfes zweier Gnu-Stiere, die mit unglaublicher Vehemenz aufeinander eindrangen; nichtsdestoweniger aber hatten sie ihren gemeinschaftlichen Gegner in uns bald gewittert und folgten der fliehenden Heerde rasch nach.

[Eine Vogel-Colonie.]

Bei dem Präpariren des mir von dem Farmer überlassenen Gnufelles hatte ich mich an den spitzen Knochen des Kopfskelettes verletzt, im Eifer der Arbeit, zu deren Beschleunigung ein drohender Regenguß mich anspornte, achtete ich nicht darauf. Heftige Schmerzen und angeschwollene Hände belehrten mich nächsten Tages, daß ich unvorsichtig genug vorgegangen und das Arsenikpräparat in die Wunden eingedrungen war. Ich wurde erst später eindringlich an die Gefahr dieser Sorglosigkeit gemahnt.

[Löwenjagd in den Maqwasibergen.]

Am nächsten Morgen verließen wir Klipspruit, überschritten den Löwen- und Wolfsspruit und erreichten gegen Abend die schon erwähnte Farm Rennicke, deren Besitzer uns auf der Hinreise anfangs ziemlich unfreundlich empfangen hatte. Diesmal hatte er gegen unser Vorhaben, im Gehölze zu jagen, nichts einzuwenden, ja er gab uns sogar seinen Jungen als Führer mit. Der kleine Bursche geleitete uns an den nördlichen Rand des Gehölzes, an dem angelangt er uns niederbeugen und ihm stille folgen hieß.

Nach etwa 60 Schritten standen wir an einem niederen, kaum fünf Fuß hohen, hie und da mit Zwergsträuchern überwucherte Erddamme. Der Junge vor uns kroch aufwärts und sah sich um, dann hieß er uns vorsichtig folgen und durch eines der Büschchen gedeckt auslugen. »Kick, Ohm« (schau, Onkel), flüsterte er mir in's Ohr, und wies mit seiner Linken über den Damm. Ein unvergeßlicher Anblick bot sich uns dar. Ich wünschte ein Netz über diese Scene ausgespannt zu sehen und das Leben darunter als »Leben« zu erhalten.