Das dritte Kind war der dreizehnjährige Sohn eines Holländers mit Namen Schneemann, dessen Familie ich mehrere Wochen hindurch behandelt hatte und welcher mir aus Dankbarkeit öfter bei meinen Arbeiten half und mir sein ältestes Kind unter der Bedingung, ihn zum gebildeten Menschen zu erziehen, als Bedienten mitgab. Der arme Schneemann, ein biederer Charakter, war einer jener vom Mißgeschick Heimgesuchten, welche statt des erhofften Glückes und Reichthumes in den Diamantenfeldern Elend, Kummer und Sorgen einheimsten. Philipp, so hieß der Knabe, nahm es auf sich, das Gespann zu führen. Bevor ich noch die Meeresküste erreichte, sah ich mich in Cradock genöthigt, den erstgenannten Knaben seiner Nachlässigkeit halber heim zu senden. Auch Philipp Schneemann konnte dem Heimweh nicht widerstehen und so wurde er in Cradock seinem inzwischen in den Bürgersdorfer District übersiedelten Vater übergeben.

Von den Diamantenfeldern scheidend, kann ich nicht umhin, mit dankbarem Herzen meinen einstigen Patienten für ihr stets freundliches Entgegenkommen und ihre mir so vielfach erwiesenen Gefälligkeiten zu danken, sowie meinen besonderen Dank für die rege Teilnahme, den aufrichtigen Rath und die mir so oft erwiesenen Freundschaftsdienste den Herren: J. Wernherr, Alfonse Loewy, Ch. Hartley, R. Murray, Anthony Davison, Gebrüder Peizer, Stransky und Durack, Wessels und Söhne, R. M. Scholz, McKay, Burkner, Rothschild, Vries, den Familien der Herren A. Kerr, Pinkney, Proksch, Fuchs, Scholtz, Stow, Bult, Ch. Sonnenberg, Ch. Roberts; den Redactionen des »Independent«, der »Diamond News«, des »Diamondfield Advertisers«, sowie der nicht mehr bestehenden »Mining Gazette« und des »Diamondfield« auszusprechen. Desgleichen fühle ich mich veranlaßt, Fräulein Mathilde Proksch, gegenwärtig Vorsteherin eines »Young Ladies Institute« in Leydenburg, für ihre uneigennützige Fürsorge bei Durchsicht der in den englischen südafrikanischen Zeitungen veröffentlichten Artikel auf das Herzlichste zu danken.


[19] Vgl. den englischen Originaltext [Anhang 7].

XVII.
Durch die Colonie zur Küste.

Abreise von Bultfontein. — Straußenzucht auf der Farm Ottersport. — Straußenzucht im Allgemeinen. — Meine erste Vorlesung in Colesberg. — Cradock. — Ein Unfall bei diesem Orte. — Der Zulu-Krieg. — Die Ursachen der Mißerfolge in der Behandlung der südafrikanischen Eingeborenen. — Meine Artikel über den Zulukrieg. — Kampfweise der Zulu. — Grahamstown. — Reiche paläontologische Funde. — Ankunft in Port Elizabeth. — Eine Löwenjagd. — Ausflüge in die Umgebung. — Meine marinen Sammlungen. — Meine Sammlungen in Gefahr. — Die letzten Tage auf afrikanischem Boden. — Heimfahrt nach Europa, Projecte für die Zukunft.

Bella.

Meine Rückreise von den Diamantenfeldern nach der Meeresküste erlitt eine längere Unterbrechung in Cradock, auch in Port Elizabeth und in der Capstadt war ich zu längerem Aufenthalt veranlaßt.

Mich nach Süden wendend, überschritt ich den Modder-River, dessen tiefes Bett uns während der Durchfahrt viele Schwierigkeiten entgegensetzte. Der Modder-River bildet tiefe, äußerst fischreiche Lachen. Sein Thal ist eigentlich eine tiefe, in den Laterit ausgewühlte Regenschlucht. Die steilen, mit dichtem Gebüsch und Bäumen bewachsenen Abhänge bieten zahlreichen Vögeln Schutz und Aufenthalt. Eine der wenigen anziehenden Scenerien an diesem Flusse ist jene an seiner Vereinigung mit dem Rietflusse. Stellenweise sind auch seine Uferwände, wie die des ebengenannten Zuflusses, schlammig (daher der Name Modder- oder Schlammfluß), Stellen wo so manch’ ermüdetes Zugthier der von den Colonialhäfen mit langen Gespannen nach den Diamantenfeldern ziehenden Fuhrleute einsinkend, sein Ende fand.