Der lange Schlacht-Assagai ist das Gegentheil des vorher genannten; er ist leicht, mit langem Stiel versehen und dient als Wurfwaffe. Er wird 1¾ bis 2¼ Meter lang gearbeitet, die Schneide ist einfach, der Hals von mäßiger Länge.
Im Gebrauche sind ferner kurze und lange Jagd-Assagaie, deren Hals mit einseitigen oder beiderseitigen Widerhaken versehen ist; der Hauptunterschied liegt darin, daß die Schneide, d. h. das Eisenblatt nach abwärts harpunenartig ausläuft oder die gewöhnliche Speerform zeigt.
In Bezug auf die Gebrauchsweise werden die letzteren in solche für kleine und mittelgroße Gazellen und kleine Raubthiere, und solche für starkes Hochwild, wie Büffel, Zebra, Gnu, Nashorn und große Raubthiere, Pardel, Löwe etc. eingetheilt.
Der eigentliche Krokodilspeer gehört zu den längsten Assagaien und zeichnet sich durch die Anheftungsstellen der Widerhaken aus, von denen er nur vier zählt. Die Schärfe gleicht jener der früher beschriebenen, der Hals zeigt an der Uebergangsstelle an der Schneide beiderseitig einen Widerhaken und ein gleiches da, wo er in den Stiel einläuft, doch hier sind dieselben nach aufwärts gekehrt.
Im Gebrauche stehen weiters zwei Arten von Wurf-Assagaien, deren man sich zur Erlegung der zahlreichen Ottern bedient. Die Schneide, ähnlich der des vorigen, ist zehn bis zwanzig Centimeter lang, schmal, sehr scharf und ziemlich stark. Der Leguan-Assagai ähnelt in Allem dem Schlachtassagai, nur daß seine Schneide um die Hälfte kleiner ist.
Der Fisch-Assagai entbehrt der lanzenartigen Schneide und ähnelt einem mit einer vierkantigen, ungezähnten, nur am Ende abgerundeten Spitze versehenen Leguan-Assagai. Die Widerhäkchen an den Kanten sind besonders scharf seitwärts und etwas nach aufwärts gekrümmt und zeigen vortreffliche Arbeit. Derselbe entspricht vollkommen seinem Zwecke und gehört zu den häufigsten Assagai-Formen im Reiche.
Der Nilpferd-Assagai ist der längst gestielte und einer der einfachsten, der Stiel ist zwei bis drei Meter lang und nur bei dieser Waffe aus weichem Holz verfertigt.
Die dreizehnte der wichtigen Assagai-Formen ist der Elephanten-Assagai. Derselbe ist ganz aus Eisen verfertigt, an seinem unteren Stabende verdickt oder breiter gearbeitet und in seiner Mitte mit einem kurzen ledernen Ueberzug versehen.
Die Fallgruben-Assagaie sind die am einfachsten gearbeiteten; sie werden in Fallgruben mit den Stielen eingegraben und mit den Schneiden nach aufwärts gestellt, um gelegentlich bei der Jagd auf Wasser-Antilopen verwendet zu werden.
Die Stoßwaffen schließe ich mit den Mabunda-Dolchen, welche unstreitig zu den niedlichsten Waffen des Marutse-Mabunda-Reiches gehören. Während die Bamangwato-Dolche nicht zu verachtende, jene der Matabele gefürchtete Waffen genannt werden müssen, zeichnen sich die im Marutse-Reiche durch ihre zierliche und lobenswerthe Arbeit aus. Das Auffallendste an ihnen sind die durchbrochenen, mehr oder weniger in der Form einer flachen Saturnuslampe gearbeiteten Scheiden. Dieselben wie die Griffe sind aus hartem Holz gearbeitet, mit Schnitzereien besäet und durch Einbrennen so gut geschwärzt, daß man bei dem ersten Anblick Ebenholz als Material vermuthen würde. Die Klinge ist aus minder gutem Eisen, sowie minder gut als die Assagaie, Schlachtbeile etc. gearbeitet, dafür ist jedoch große Mühe auf eingeschlagene Zierrathen verwendet, welche zumeist die breiten Flächen, der dünnen Klinge bedecken. Diese Zierrathen bestehen in Arabesken, symmetrischen Figuren, Menschen- und Thiergestalten.