Die Wurfstöcke sind 1 bis 1½ Meter lang, finger- und doppelfingerstark und in der Regel an einem Ende etwas verdickt.

Die Schlachtbeile zeigen, den Stämmen des Reiches entsprechend, eine sehr mannigfache Form. Sie übertreffen jene der südlich vom Zambesi wohnenden Stämme meist durch ihre gefällige Form, ihre Leichtigkeit, sowie durch die gute Eisen- als auch die gewählte Holzarbeit am Stiele. Während ich bei den Betschuana’s, Kaffern, Makalaka’s und den Matabele die dünnen Tomahawk-Klingen nie fest im Stiele sitzen sah, können diese nicht fester in den Stiel eingefügt werden. Dieser ist aus hartem Holz verfertigt, mit eingebrannten Zeichnungen versehen, einfach, doch entsprechend geformt, das Ganze leicht, geschmeidig wie eine Spielerei in der Hand eines Erwachsenen, und doch eine tüchtige Waffe im Handgemenge.

Die gewählteren Formen der Messer, die zumeist zum Holzschneiden und sonstigem Gebrauch, in seltenen Fällen zur Vertheidigung benützt werden, übertreffen die gewöhnlichen Küchenmesser an Länge und feiner Arbeit. Die sanft sichelförmig gekrümmte Klinge hat einen auffallend starken Rücken und zeigt oft eingeschlagene Zierrathen mannigfacher Art. Sie sitzt tief im plattgedrückten, oft recht anmuthig geschnitzten, bisweilen durchbrochenen und dunkelbraun polirten Stiele.

Die Kiri’s sind kurze rundliche, an einem Ende dick-kugelförmig angeschwollene Stöcke. Im Marutse-Reiche werden sie aus verschiedenen harten Holzarten und aus der Waffe des Nashorn’s gearbeitet; die aus dem ersteren Material sind mannigfacher, die kugelförmige Anschwellung des oberen Endes hühnerei- bis faustgroß, oft ausgeschnitzt, der Stock vierzig bis siebzig Centimeter lang, mit einem Stärke-Durchmesser von zwei bis vier Centimeter, oft polirt, das untere Ende gespitzt, abgerundet oder scharf abgestutzt, seltener mit einem Eisenreifchen versehen.

Zu den Schutzwaffen gehören vor Allem die Schilde, in deren Verfertigung die Stämme des Marutse-Reiches keine so hervorragende Stellung einnehmen als die südlich vom Zambesi wohnenden Eingebornenvölker. Ihre Schilde gleichen denen der Betschuana, sind größer als jene der Zulu-Race und der Masarwa und meist aus schwarzweiß-gescheckter Rindshaut verfertigt.

Ich schließe die Besprechung der Schutzwaffen und der Waffen im Allgemeinen mit den zur Abwehr üblichen Langstöcken; diese sind 1¾ bis 2½ Meter lang, 1 bis 1½ Centimeter stark (im Durchmesser) und meistens an beiden Enden mit spiralgewundenen Eisenreifchen versehen.

Zur Zeit meines Aufenthaltes im Marutse-Reiche bezifferte sich die Zahl der von Westen und Süden eingeführten Gewehre auf 500 Feuerstein-Musketen, 1500 gewöhnliche Percussions-Musketen, 80 Percussions-Gewehre auf Elephanten, 150 Rifles, 30 Percussions-Doppelgewehre aller Art, 10 Hinterlader und 3 Revolver. Nach meiner Abreise wurden sehr viele und zwar die besseren Gewehre von den Aufständischen in den Zambesi geworfen und da seitdem nur eine unbedeutende Anzahl neu erstanden wurde, so mag sich die gegenwärtige Zahl der Schußwaffen auf eilf- bis zwölfhundert belaufen.

Kalebassen für Honigbier und Korn bei den Marutse und Mabunda.

Die Bekleidungs-Industrie steht bei den Völkern des Marutse-Reiches nicht auf jener Stufe, welche andere Industriezweige einnehmen. Wohl ist der Schnitt an den Carossen und übrigen Kleidungsstücken ein gewählterer und zweckentsprechenderer, allein die Fertigkeit, gleichfarbige Felle, so anzureihen, daß die Farben selbst in sanfteren Nuancen ohne das Auge zu beleidigen zu einander passen, ja oft so geschickt zusammenzustellen, daß man sie beim Ansehen der behaarten Fläche gar nicht als Felle verschiedenartiger Thiere beurtheilen würde; ferner die Kunst, beschädigte Stellen an den Fellen (Schußlöcher, Bißwunden) mit genau entsprechend gefärbten und lang behaarten Einsätzen so auszubessern, daß dies in der Regel nur beim Ansehen der haarlosen Fläche erkannt wird, ist ihnen nicht eigen.