Eine Zeitlang wandelten sie schweigend nebeneinander her. Der Priester schien in Nachdenken versunken.
»Wird hier Musik getrieben?« fragte er dann plötzlich.
»Musik? Ach freilich! Der Schullehrer hat so eine Art von Musikverein ins Leben gerufen, und der spielt an jedem Sonn- und Feiertag im Gasthausgarten vom Bärenwirt. Die Leute sollen recht gut spielen. Ich, für meine Person, habe mit derlei Dingen nichts zu schaffen.«
»Wer singt denn auf dem Chor?«
»Die Töchter vom Bärenwirt, vom Kaufmann und vom Arzte. Die Tochter des Arztes hat eine schöne Altstimme.«
»Wer spielt die Orgel?«
»Der Schullehrer. Dem Herrn Dekan ist das zwar nicht ganz recht, aber außer dem Schullehrer versteht niemand im Orte die Orgel zu spielen. Und dem Mann trägt es Geld ein, und außerdem macht es ihm in doppelter Weise Vergnügen ... Dazu ist die Kirche, die er sonst nie besucht, doch gut.«
»Wieso macht ihm das Spiel in doppelter Weise Vergnügen? Wie meinen Sie das?«
»Nun, ich habe gehört, daß er sich um die Hand der Tochter des Arztes bewerbe, und da das Fräulein auf dem Chor singt, ist es ihm natürlich angenehm, sie begleiten zu dürfen.«
»Ach so!«