Er ging aus dem Zimmer. Juchei brannte sich eine Zigarre an und schaute, die Hände auf dem Rücken gefaltet, zum Fenster hinaus. Es regnete leise, aber ununterbrochen. »Hoffentlich hat er morgen zu seiner Reise besseres Wetter,« dachte Joachim. »Dieser trostlose Regen wirkt bedrückend auf die Nerven ein, und lustig ist der arme Kerl ohnehin nicht ... Was aber kann ihm den Abschied von hier so schwer machen? Mit dem Dekan steht er nicht sonderlich gut und das ist bei uns doch immer die Hauptsache.«

Georg kehrte zurück mit der Meldung, daß das Bier sofort gebracht werden würde. Der junge Geistliche nickte und beobachtete den Freund, der sich an den Tisch setzte und traurig vor sich hinstarrte. In diesem Augenblick fiel Joachim auch auf, wie blaß und mager sein Gesicht war. Er ging zu dem Freunde hin und nahm ihn bei der Hand.

»Na, Georg?« sagte er fragend. »Hast Du Deine Papiere schon in Ordnung gebracht?«

»Ja.«

»Wohin soll ich sie legen? Zur Wäsche?«

»Wohin Du willst.« Er lehnte die Stirn an den Arm des jüngeren Kollegen. »Ach, Joachim,« sagte er und nichts weiter.

»Nun, nun,« sagte Perkow liebreich und besorgt, »was ist Dir denn, mein Alter?«

»Nichts,« versetzte Georg trüb. Sie verstummten eine Zeitlang. Als sie dann die Tür gehen hörten und Uschei mit dem Bier und zwei Gläsern eintreten sahen, richtete Harteck sich in die Höhe und zwang sich zu einem Lächeln.

»Das war sehr schnell,« sagte er zu dem Mädchen.

»I bin recht g'rennt[21], dös is schon wahr,« sagte diese und stellte Krug und Gläser auf den Tisch. »Sie soll'n nix über mi' z'sagen haben am letzten Tag.«