»Ich kehre bald zurück,« sagte Harteck, ohne die Frage zu beachten; vielleicht hatte er sie nicht einmal gehört.

»Willst Du nicht den Hund mitnehmen?« fragte Perkow, der, obschon er sich das Benehmen des anderen nicht erklären konnte, von der Ahnung eines Unheiles erfaßt wurde. Es würde ihn beruhigt haben, wenn er wenigstens ein Tier dem Freunde zur Seite gewußt hätte. Harteck aber sagte Nein zu dem Vorschlag, und ehe Joachim Zeit gefunden, noch ein weiteres Wort zu sprechen, hatte jener das Zimmer verlassen.

Fünfzehntes Kapitel

Er ging zu Paula. Sie war allein. Beschäftigungslos saß sie am Fenster und rührte sich nicht, als sie ihn eintreten sah. Sie hatte seinen Schritt erkannt. Im Anfang sprachen beide nichts. Georg setzte sich aufs Sofa und zerrte an den Quasten, die von der Lehne herabhingen.

»Wo ist Ihr Vater?« fragte er endlich.

»Noch nicht daheim. Toni ist zu den Nachbarleuten gegangen. Soll ich sie holen lassen?«

»Wozu? ... Sie brauchen sich vor einem Alleinsein mit mir nicht zu fürchten.«

»Ich fürchte mich nicht,« sagte Paula; doch als sie seinem Blick begegnete, schrak sie zusammen. Solch ein Blick voll Leidenschaft und Seelenpein war ihr fremd. Mit gewaltsamer Fassung fragte sie: »Warum sind Sie gestern nicht gekommen?«

»Weshalb hätte ich kommen sollen? Um noch mehr verachtet zu werden? Denn Ihr Vater verachtet mich und mit Recht. Ich bin ein Feigling.«

»Vater hat mir von seiner Unterredung mit Ihnen erzählt,« sagte Paula und ihre Stimme bebte. »Aber daß von anderem als von Ihrer Gesundheit die Rede war, hat er mir nicht gesagt.«