»Sei ohne Sorge.«

Joachim rückte einen Stuhl an das Bett, setzte sich und wachte am Lager des Freundes. Dieser schlief bald wieder ein, doch sein Schlaf war unruhiger Art. Um Mitternacht erwachte er.

»Juchei!«

»Was willst Du?«

»Du bist so gut, ... Ich muß Dir noch etwas sagen, Dich um etwas bitten, ... Du wirst es mir nicht abschlagen.«

»Wenn es in meiner Macht steht, Deinen Wunsch zu erfüllen ...«

»Hier lebt ein Mädchen. Du kennst sie, ... sie heißt Paula Reinberg. Versprich mir, freundlich gegen sie zu sein, wenn sie Dich nach mir fragen sollte, ... ja, noch mehr, ... suche sie manchmal auf und erzähle ihr unaufgefordert von mir ... Willst Du mir das geloben?«

»Ja,« antwortete Juchei gepreßten Tones. Jetzt war ihm alles klar.

»Dank, tausend Dank,« sagte Harteck und drückte die Hände des Freundes. »Nun bin ich ruhig.«

Er sank in Schlaf und Juchei wachte getreulich an seiner Seite. Erst als der Morgen zu dämmern begann und der junge Priester bemerkte, daß Georg fest schlief, beugte sich Joachim, vom Wachen müde, auf das Bett herab und legte den Kopf auf den Rand des Kissens. Sein Blondhaar streifte das dunkle Gelock des Freundes, ihre Atemzüge flossen ineinander und beide schliefen bis zum Morgen.