An einem eisig-kalten Januarabend saß der junge Priester allein in seinem Zimmer, damit beschäftigt, an Georg Harteck zu schreiben. Aber mutlos ließ er die Feder sinken. Was sollte er dem Freunde sagen? Daß er in Salzburg gewesen war und nichts erreicht hatte? Ach! Immer nur Trauriges berichten können! ... Er stand auf und schritt im Zimmer auf und ab. War denn alles schon versucht worden? Alle Hilfsquellen erschöpft? Er drückte die geballte Hand wider die Stirn und sann und grübelte ...
Horch! Ein Wagen. Er hielt vor dem Hause still. Wer kommt um diese Stunde? Vielleicht der Bote eines Kranken, der nach einem Priester sendet? Perkow stand still und horchte. Schritte und Stimmen auf der Treppe; sie nähern sich, die Tür geht auf und: »Jesus!« entringt sich unwillkürlich den Lippen des jungen Geistlichen, er weicht ein paar Schritte weit zurück, ... meint er doch ein Gespenst zu sehen. »Du hier, Georg?« stotterte er, »bei dieser Kälte, in so später Stunde! Was, um aller Heiligen willen, führt Dich hierher?«
Der Ankömmling schüttelte sich und griff mit der Hand an die Kehle, als ob etwas ihn würgte ...
»Gib mir Wein,« brachte er mit heiserer Stimme heraus, »Glühwein, wenn möglich ... Ich bin ganz starr vor Kälte.«
Joachim ging um ihn herum, befühlte seine Hände, seine Kleider, ... er glaubte noch immer zu träumen.
»Ich will sogleich ... Setz Dich einstweilen ... oder, besser noch, leg Dich zu Bett ... Wie kannst Du mich so erschrecken, Georg!«
»Es ist nun einmal mein böses Schicksal, die zu quälen, die mich lieben,« erwiderte Harteck und ließ sich auf einen Stuhl sinken. »Ich vermag es nicht zu ändern.«
Joachim entfernte sich und kehrte sehr bald zurück.
»Nun sag mir, was Du hier zu suchen hast,« begann er, holte seine Bettdecke und warf sie über die Kniee des Freundes. »Weshalb bist Du gekommen? Doch nicht ... wegen des Mädchens?«
»Nein. Ich bin auf dem Wege nach Salzburg.«