»Dort bin ich gewesen und ...«

»Und sie haben Dich abgewiesen, nicht wahr? Eben, weil ich das voraussah, gehe ich hin. Sie sollen mit eigenen Augen sehen, was sie aus mir gemacht haben.«

Ein heftiger Hustenanfall zwang ihn, seine Rede zu unterbrechen.

»Dieser verdammte Husten!« murrte er, als er wieder sprechen konnte. »Tag und Nacht läßt er mir keine Ruhe. Immer röchelt er in meiner Brust und will heraus, heraus ... Der Dekan schläft wohl schon?« fragte er ablenkend und trocknete sich den Schweiß von der Stirn.

»Ich weiß es nicht ... Was willst Du von ihm?«

»Mit diesem Herrn habe ich auch ein Wort zu sprechen. Er wolle nichts für mich tun, schriebst Du mir. Ich möchte einmal sehen, ob er mir das Aug' in Auge zu wiederholen wagt!«

»Georg, rege Dich nicht gewaltsam auf,« sagte Joachim und legte beschwichtigend die Hand auf die Schulter des Freundes.

»Ich soll wohl noch ruhig bleiben?« rief dieser leidenschaftlich. »Was habe ich getan? Daß ich ein paar alten, miserablen Pfaffen nicht zu Gesicht stand, ... kann ich dafür! Was habe ich sonst verbrochen, daß sie mich verenden lassen wollen wie einen räudigen Hund? Mir soll mein Recht werden, das schwöre ich! Ich will den Herren Pfaffen und Ultramontanen in Salzburg Dinge sagen, die ihnen noch lang in den Ohren liegen sollen ... Ich bin nicht mehr der sanfte, furchtsame Narr, der ich war, ... leider zu lang gewesen bin, ... sonst stünde ich heute anders da. Aber noch ist es Zeit ...«

Ein lautes Klopfen an die Tür machte ihn verstummen und nach der Tür hinblicken.

»Wer ist es?« fragte Perkow, aus dessen Gesicht, während der Freund gesprochen, alle Farbe gewichen war.