Die Wirtschafterin trat ein, sah den jungen Priester einsam und verlassen in der Mitte des Zimmers stehen und fragte ihn schüchtern, ob er nichts zu essen begehre.
Er schüttelte den Kopf. »Aber Wein können Sie mir bringen.«
»Wo ist der Hund?«
»Unten, ... vor dem Hause.«
»Lassen Sie ihn herauf zu mir, ... ich möchte ihn um mich haben.«
Das Tier fühlte wie er, und darum sehnte er sich nach seinem treuherzigen Anblick.
Am nächsten Morgen, eine Viertelstunde vor acht Uhr, waren die Wohnstube und das Totenzimmer von Leuten überfüllt. Alle hielten einen brennenden Wachsstock in der Hand, wie es bei Begräbnissen der Brauch ist in Tirol. Anna brachte ihr Tuch nicht von den Augen, und als das Zimmer, wo der Tote lag, am vollsten war, beugte sie sich auf die Leiche herab und küßte den Bruder auf die Wange. Juchei stand im Nebenzimmer, abseits von den übrigen, starrte vor sich hin und fuhr manchmal mit der Hand nach dem Herzen. Einer der fremden Geistlichen näherte sich ihm.
»Jetzt wird der Sarg geschlossen,« flüsterte er dem jungen Amtsbruder zu. »Wollen Sie den Toten noch einmal ansehen?«