Etwas wie Grabeshauch lag auf der Gestalt und dem Gesicht des jungen Mannes. Aus seinen Zügen war der frohe Lebensmut gewichen und kein Lächeln trat auf seine Lippen, als der Dekan auf ihn zukam und ihm die Hand entgegenstreckte.

»Sie haben – hm! – einen schweren Verlust erlitten,« redete der Dekan ihn an. »Ich spreche Ihnen mein aufrichtiges Beileid aus.«

»Ich ebenfalls,« lispelte Aurelie.

»Danke,« sagte Juchei und faßte den Hund fester am Halsband. Das Tier stieß ein klägliches Winseln aus und drängte sich zitternd an die Kniee des Geistlichen. »Der Hund ist noch ganz verstört,« fuhr Joachim fort. »Er sucht beständig nach seinem Herrn.«

Der Dekan tätschelte Cäsars Kopf und Aurelie machte sich ebenfalls mit dem Tiere zu schaffen.

»Lassen Sie ihn lieber in Ruhe,« sagte Juchei. »Er ist sehr unzugänglich und bissig geworden.«

Das Fräulein tat einen affektierten Schrei und wich zurück. Joachim schenkte dem keine Beachtung, sondern sagte bloß: »Gehen wir nach Hause.«

Er grüßte die Leute, die ihm achtungsvoll Platz machten, und die kleine Gesellschaft schlug den Weg nach dem Pfarrhof ein.

Überall begegnete Joachim teilnahmvollen Blicken und Grüßen und der Hund erregte große Aufmerksamkeit. »Da ist sein Hund!« sagten viele mit leiser Stimme. Juchei sah weder nach rechts noch nach links und zog bloß mechanisch den Hut ab, wenn ein Gruß an sein Ohr schlug. Nur als sie am Hause des Arztes vorüberkamen, erhob er den Blick vom Boden und schaute auf das Haus. Da jedoch weder am Tor noch hinter den Fenstern jemand zu sehen war, senkte er die Augen wieder und schritt schweigend fürbaß.

Sie erreichten den Pfarrhof, und als Cäsar des ihm wohlbekannten Hauses ansichtig wurde, fing er zu rennen an, stürzte zum Tor hinein, über die Treppe hinauf und kratzte zitternd und heulend an die Tür, die in die ehemalige Wohnung seines Herrn führte. Joachim eilte dem Hunde nach. Mit großer Freude begrüßte ihn Cäsar, zerrte ihn an den Kleidern zur Tür hin, sprang an ihm empor, bellte und keuchte ... O! Diese Tiersprache war beredt genug: Öffne, öffne doch! Er muß ja hier sein ... Armes, treues Tier! ... Juchei tat ihm seinen Willen und schloß die Tür auf, – Cäsar schoß wie ein Pfeil hinein, durchsuchte die Zimmer, schnüffelte in jede Ecke und brach plötzlich in ein lautes, jämmerliches Geheul aus.