Niemand antwortete. Paula verharrte unbeweglich in ihrer trostlosen Stellung. Man hätte sie für tot halten können, wenn nicht von Zeit zu Zeit ein Zittern ihren Leib durchlaufen hätte.

»Bis zu seinem Ende,« fuhr Joachim fort, »hat ihn der Gedanke gequält, daß er Leid über Ihr Haus gebracht ... Lassen Sie mich hoffen, daß seine Reue, sein Tod Sie versöhnen ...«

Die Stimme versagte ihm.

»Alles ist vergeben und vergessen,« sprach der Arzt.

Paula erhob sich und ging aus dem Zimmer.

»Amen,« murmelte Juchei ihr nachblickend. Der Arzt tat dasselbe.

»Hat er viel gelitten?« fragte er dann.

»O!« sprach Joachim mit einer traurigen Bewegung. »Seine Jugend und die mörderische Krankheit kämpften einen fürchterlichen Kampf miteinander, ... aber sein Tod war ein sanfter. Er schlief in meinen Armen ein ...«

Eine neue Pause folgte.

»Sein Gemüt war – bedrückt,« sagte der Arzt hierauf. »Das ist eine siegreiche Waffe für diese Krankheiten. Aber ich will doch nach dem Mädchen sehen, ... Sie verzeihen, ... ich bin so sehr besorgt um sie.«