Sie schüttelte den Kopf. »Ich will den Herrn Katecheten nicht böse machen.«

Fritz Stettner runzelte die Stirn. Dieser Katechet fing an, ihm nachgerade unangenehm zu werden. Toni sprach so oft von ihm, schwärmte für ihn, verehrte ihn, ... des Lehrers Herz empfand Groll und Eifersucht.

»Sag' mir, Toni ...«

Das Kind hörte ihn nicht einmal. Seine Augen späheten nach dem Pfarrhof und das Blut stieg ihm in die Wangen. »Da kommt er!« flüsterte es aufgeregt.

Georg Harteck trat aus dem Pfarrhof und näherte sich ihnen. Er trug den schwarzen Priestertalar, sein Haupt war unbedeckt und zur Erde gesenkt. Er bemerkte die beiden nicht.

»Herr Katechet!« rief Toni ein wenig schüchtern.

Er hemmte den Schritt, erblickte das Kind und seine Züge heiterten sich auf. Toni näherte sich ihm mit verlegener kindlicher Grazie, das Köpfchen auf die rechte Schulter geneigt, in den Augen und auf den Lippen ein Lächeln.

»Gehen Sie in die Kirche, Herr Katechet?« fragte sie, seine Hand küssend.

»Ja. Ich zelebriere heute das Hochamt.«

»Ach! Das ist gescheit! Ich werde so andächtig sein, o! so andächtig ...«