Er war gar nicht rot geworden. Das Fräulein stand vor ihm, nickend, kichernd, mit schalkhaft erhobenem Zeigefinger. Harteck zwang sich zu einem Lächeln.
»Sie sind heute gut gelaunt, gnädiges Fräulein,« sagte er.
»Nur äußerlich,« antwortete sie mit einem Seufzer und blickte ihr Gebetbuch an. »Ich will nun in die Kirche gehen und beten, ... um den inneren Frieden will ich bitten.«
»Tun Sie das,« sagte er zerstreut.
»Erwarten Sie jemanden?« fragte sie, von dem stimmungsvollen Tone plötzlich in einen gereizt klingenden übergehend.
»Weshalb diese Frage?«
»Nun, – so. Sie sehen danach aus. Ich will Sie nicht länger stören, hochwürdiger Herr,« sagte sie pikiert.
»Aber, mein Fräulein ...«
»Schon gut, schon gut, mein Herr. Ich bedauere Sie gestört zu haben,« schloß sie mit Emphase und ging in die Kirche hinein.
»Was hat sie nur?« dachte Harteck. »War ich schon wieder unhöflich?«