Gut, daß er das hörte. Er hatte die Absicht gehabt, nach dem Frühstück in den Garten zu gehen; jetzt aber ließ er den Plan hurtig fahren.

»Sie sollten Ihren Hund jedesmal, wenn Sie fortgehen, sorgfältig einschließen,« sagte der Pater. »Er hat sich schon wieder mit dem Hofhund gerauft. Der Herr Dekan war darüber sehr aufgebracht.«

»Ist meinem Hunde etwas geschehen?« fragte Harteck beunruhigt.

»Nein; aber der andere ist ganz zerbissen. Weshalb haben Sie sich auch ein so bösartiges Tier angeschafft?«

»Bösartig? Mein Hund? Der ist fromm wie ein Lamm. Aber der andere fängt immer mit ihm zu raufen an. Es wäre kein Schaden gewesen, wenn mein Cäsar die Bestie totgebissen hätte.«

»Meinen Sie? Ich weiß nicht, was der gnädige Herr dazu gesagt haben würde. Jedenfalls hätte Ihr Hund aus dem Hause müssen.«

»So?« sprach Harteck zwischen den Zähnen. Der bloße Gedanke, ihn von seinem Hunde trennen zu wollen, machte sein Blut kochen. Aber er beherrschte sich.

»Ich werde den Hund künftighin in meine Stube einsperren,« sagte er, »und damit werden diese Balgereien ein Ende haben.«

Er verzehrte sein Frühstück und verließ sodann den Mönch. Auf der Treppe nach seiner Wohnung begegnete ihm Uschei, die junge, freundliche Magd. Ihr Gesicht glühte über und über.

»Jetzt han i mi so g'ärgert, Herr Koppratter,« flüsterte sie, ihn beim Arme fassend. »Frei' net zuschau'n han i kinna[6], wie's den armen Hund g'schlagen haben ... und weswegen? Wegen' Burschel, dem Sakra, der alleweil z'raufen anfangt, ... völlig rähren[7] hätt' i kinna!«