»Darf ich Sie wieder holen lassen, wenn Toni abermals nach Ihnen verlangen sollte?« fragte ihn Paula und sah ihm bittend ins Auge.
»Ist dazu erst eine Erlaubnis nötig?« erwiderte er ein wenig gekränkt. »Ich sagte Ihnen doch, daß ich die Kleine sehr lieb hätte ...«
Nach diesen Worten nahm er Abschied von Paula und verließ sie.
Toni war außer sich, ihn bei ihrem Erwachen nicht mehr zu finden. Nur das Versprechen, daß er morgen wiederkommen würde, vermochte das erregte Kind halbwegs zu beruhigen. Bald darauf kam der Arzt nach Hause und brachte den jungen Schullehrer mit. Dieser wollte sich nach Tonis Befinden erkundigen. Die Kleine behandelte ihn höchst ungnädig. Er sprach so lebhaft, machte so viele Gesten, war so zärtlich gegen sie, – das alles regte sie auf. Dem Vater erzählte sie, daß ihr Religionslehrer dagewesen wäre, welche Mitteilung Herrn Stettner nicht angenehm zu berühren schien.
»Was hatte der Pfaff hier zu suchen?« fragte er Paula, die, über eine Handarbeit gebeugt, am Bette saß.
»Von wem sprechen Sie?« entgegnete Paula, ohne aufzublicken.
»Nun, ... vom Kooperator.«
»Ach so. – Toni begehrte ihn zu sehen.«
»Wird er wiederkommen?«
»Ja. Das Kind will es so haben.«