»Cäsar!« sagte der Geistliche endlich und noch einmal leise und bewegt: »Cäsar!« und verbarg das Gesicht in dem weichen Halsfell des Tieres. »Ich habe jetzt niemanden als Dich, und Du hast niemanden als mich ... Wir wollen treu zueinander halten, gelt, alter Kerl?«
Der Hund wedelte, drehte den Kopf zur Seite und leckte seinem Herrn die Hand. »Verstehe schon!« schienen seine treuherzigen Tieraugen zu sagen.
»Und wenn Dein Herr in Träumereien versinkt,« sprach der Priester weiter, »dann zupfe ihn am Rock oder belle oder treibe sonst irgendeinen Unsinn. Du weißt, daß Dein Herr nicht träumen soll. Hast Du mich verstanden?«
Schwerlich. Aber er gab sich den Anschein danach, schaute seinen Herrn mit kluger Miene an, glitt vom Fenster herab und stand, mit den Hinterpfoten am Boden scharrend, erwartungsvoll da. Dann spitzte er die Ohren und lief zur Tür hin. Die Magd war mit Speise und Trank eingetroffen und deckte den Tisch. In der Tür lehnend, sah der Geistliche ihrem Treiben zu und fragte nach einer Weile: »Kann ich dem Herrn Dekan heute noch meine Aufwartung machen?«
»Heut' wird's wohl nimmer recht angehen ... Der gnädige Herr sein schon im Schlafzimmer.«
»Wann und wo wird gefrühstückt?«
»Um halb acht, ... wann halt die Messen g'lesen sein. Das Speiszimmer ist drunten im ersten Stock. Da werd'ns a junge G'sellschaft finden: die gnädige Fräul'n und den Herrn Pater.«
»Wer sind diese?«
»Die Fräul'n ist eine Nichte vom gnädigen Herrn, ... sie ist aus Wien und bleibt übern Sommer hier, ... wegen der Luft, hab' i g'hört, ... und der Herr Pater ist ein Herr Franziskaner, der zur Aushilf' kommen is ... Es gibt halt so grausam viel zu tun in der Kirchen und da haben's die geistlichen Herren halt nimmer richten können, und deswegen ist der Pater hier.«
»Ein noch junger Mann?«