»Ich würde mich wenigstens bemühen, Ihnen etwas zu sein,« antwortete Paula mit dumpfer Stimme. »Wir würden uns gut vertragen, ... Sie, Vater, Toni und ich« ... Sie brach ab und wendete das Haupt zur Seite. Der Priester biß sich in die Lippe, um den Seufzer, der sich seinem Herzen abrang, zurückzudrängen. Beide konnten eine Weile kein Wort hervorbringen. Endlich fragte Harteck mit erzwungener Fassung: »Haben Sie schon Vorbereitungen für Weihnachten getroffen?«

»Ja. Die Geschenke für Vater und Toni liegen bereit. Werden Sie die Feiertage hier oder bei den Ihren verleben?«

»Ich bleibe hier. Zu Weihnachten gibt es in der Kirche viel zu tun, da kann ich mich nicht entfernen. Aber ich werde an meine Leute kleine Geschenke senden, um sie an mich zu erinnern.«

»Beschenkt man Sie ebenfalls?«

»Ja. An solchen äußerlichen Aufmerksamkeiten läßt es meine Familie niemals fehlen.«

»Daß Ihre Mutter und Schwester Sie nicht abgöttisch lieben, begreife ich nicht,« sagte Paula und eine dunkle Röte flammte in ihren Wangen auf. »Sie sind ja so gut.«

»Ich weiß nicht, ob ich gut bin,« entgegnete er, das Mädchen betrachtend, das die Erregung seltsam verschönte. »Nicht jedermann beurteilt mich so nachsichtig, wie Sie es tun.«

Sie errötete noch tiefer und senkte vor seinem Blick die Augen. Er schaute sie noch immer an.

»Es ist spät,« sagte Paula hastig. »Wir müssen fort, ... wahrhaftig ... Toni, komm!«

»Gleich!« antwortete das Kind aus der Ferne.