Sie wurde sehr rot und spielte mit den Zipfeln ihrer Schürze. »Ja, ... der jüngere Sohn vom Bärenwirt sieht mich halt gern, ... i bin jung und er is a jung ... Es is ja koa Sünd' net, wenn zwoa junge Leut' sich gern haben.«
»Nein, das ist keine Sünde,« sagte er, das Gesicht abwendend. »Gehen Sie nur und seien Sie recht vergnügt.«
Sie schaute ihn an, gutherzig und mitleidig zugleich. Beim Lampenschein sah er in seinem schwarzen Kleid so bleich und traurig aus ... »Bischt ja dächt' a jung und därfst koa Diandl gern haben!« dachte sie. »Herrgott! muß dös z'wider[9] sein!«
»Lassen Sie's gut sein, Hochwürden,« sagte sie dann. »Sie wer'n scho' wieder g'sund wer'n und dann kimmt der Fasching und da geht's lusti her ...«
»Ich tanze ja nicht,« warf er lächelnd ein.
»Aber zuschau'n kinnen's ... und unsere Leut' machen Musik, ... da wern's oa bissal Kurzweil haben.«
»Freilich,« sagte er still.
»Net oamal tanzen!« dachte Uschei, als sie ihn verließ. »Noa! und wenn i zehn Buam hätt', ... Geistlich dürft mir koaner wer'n.«
Allein gelassen, drückte Harteck das Gesicht in das Kopfkissen und seufzte schwer. Es sah und hörte ihn ja niemand, er brauchte nicht Komödie zu spielen ... Cäsar war verschwiegen und würde nicht ausplaudern, daß er seinen Herrn schwach gesehen. Der Hund stellte sich zwar an dem Bette auf, beschnupperte das Haar des jungen Priesters und stieß ein heiseres Bellen aus ... Harteck richtete sich in die Höhe und liebkoste das Tier.
»Du hast recht!« sagte er. »Wir wollen stark sein. – Was gibt es denn?«