»Ja, ... es ist besser so.«
Er beobachtete sie eine Weile. Gleich einem Bilde aus Stein stand sie da, so blaß, so unbeweglich, den Blick ins Leere geheftet. Er hielt nicht länger an sich. Dieser Zustand war unerträglich, am Ende! Rasch erhob er sich, ging zu ihr hin und packte sie bei den Händen.
»Sag mir, Kind, was aus dem allen werden soll!« sprach er mit unterdrückter Stimme. »Ich habe lang geschwiegen, ... monatelang, ... länger halte ich dieses Leben nicht aus. Liebst Du mich und Deine Schwester denn gar nicht mehr?« Seine Brust hob und senkte sich wie im Krampfe; er zitterte an allen Gliedern. Erschüttert blickte Paula ihn an, ihre Lippen zuckten wie von zurückgedrängtem Weinen.
»Habe Geduld mit mir,« sagte sie. »Es dauert nicht mehr lang. In ein paar Tagen ist alles vorüber.« Fröstelnd zog sie die Schultern in die Höhe ... »Ich weiß nicht, ... mir wird immer so kalt, wenn ich daran denke,« murmelte sie, aufs neue schaudernd.
Er gab ihre Hände frei, schritt eine Zeitlang im Zimmer auf und ab und blieb dann wieder vor ihr stehen.
»Wo ist der Kooperator jetzt?« fragte er.
»In Kufstein, bei seiner Familie.«
»Wann kommt er zurück?«
»Morgen, glaube ich ...«
»Dann bleibt er also noch vier Tage hier. Vier Jahre werden mir diese Tage erscheinen. Was hat dieser unglückliche Mensch aus meinem Kinde gemacht!« sagte er mit dumpfer Wut und nahm sein Hin- und Herwandeln wieder auf.