»Ich kann ja manchmal nach dem Weg fragen,« sagte Paula.
»Haben Sie in Keßten Freunde oder Verwandte?« fragte der Mönch nach einer kurzen Stille.
»Nein.«
»Weshalb suchen Sie in der jetzigen unfreundlichen Jahreszeit diesen weltentlegenen Ort auf?«
»Ich will ihn kennen lernen,« sagte Paula und nichts weiter.
Der Mönch gab das Fragen auf, betrachtete aber das ernste, blasse Mädchen aufmerksam. Der Zug langte am Ort an, wo Paula aussteigen mußte. Sie erhob sich und verabschiedete sich von dem Mönche.
»Der Friede des Herrn komme über Sie,« sagte dieser und sah sie bedeutungsvoll an. »Ich will für Sie beten. Gelobt sei Jesus Christus.«
»Amen,« sprach Paula trübe und verstört und verließ den Waggon. Sie wartete, bis der Zug davongefahren war, und schlug dann den Weg zum Dorfe ein. In einem sauber aussehenden Wirtshause kehrte sie ein, suchte die Wirtin auf und fragte, ob diese ihr einen Wagen zur Verfügung stellen könnte.
»Wohin wollt's denn fahren?« fragte die Wirtin.
»Nach Keßten.«