»O mei! Das is weit. Bis zum Berg kann i Ihna scho' fahren lassen, ... aber über'n Berg hinüber müßt's halt z' Fuß laufen.«

»Das will ich ... Bitte, lassen Sie nur gleich anspannen.«

»Wollt's was essen oder trinken?«

»Nein, ich danke.«

Die Wirtin führte sie in die Gaststube. Paula setzte sich und wartete auf den Wagen. Nach Ablauf einer halben Stunde fuhr dieser am Tor vor. Hastig ging Paula hinaus, nahm an der Seite des Kutschers Platz und das Pferd setzte sich in Bewegung.

Es war sehr kalt. Paula hüllte sich fester in ihren Mantel, der Kutscher breitete eine Pferdedecke über ihre Füße und meinte gutmütig: »Kan' fein' Tag habt's Euch just net ausg'sucht.«

»Das ist wahr,« sagte Paula mechanisch. Ihr Nachbar war sehr gesprächiger Natur. Er machte sie auf mancherlei aufmerksam, nannte ihr die Namen der Dörfer, an denen sie vorbeifuhren, sagte ihr, wie die Berge hießen und fragte sie wiederholt, ob ihr nicht kalt wäre. »Ös[17] seid's so blaß,« fügte er sich gleichsam entschuldigend hinzu. Sie beruhigte ihn; ihr wäre nicht kalt, er möchte nur rasch fahren.

»Wie lange braucht es, um über den Berg zu gehen, der nach Keßten führt?« fragte sie.

»Wer'n schon drei Stunden sein.«

Er trieb das Pferd zu größerer Eile an. Sie kamen sehr rasch vorwärts und hatten nach zweistündiger Fahrt ihr Ziel erreicht.