»Was ist Ihnen?« fragte er. »Habe ich wider Willen das Unglück gehabt, Ihnen in irgend etwas zu mißfallen?«

Worte und Ton entwaffneten sie, und sie versetzte mit kleinlauter Stimme: »Seien Sie mir nicht böse, ... aber ich kann Ihnen nicht verschweigen, daß es mir wehe tut, Sie so ganz erfüllt von Ihrem Freunde zu sehen, ... und das ein paar Tage vor Ihrem Abschied von hier und ... von mir ...«

Sie kehrte das Gesicht weg.

»Wie grausam Sie sind!« entgegnete er mit plötzlichem Ernst. »Mißgönnen Sie mir das Glück, jemanden lieb zu haben, und möchten Sie mich lieber traurig als ein wenig gefaßt und aufgeheitert sehen?«

»Nein! O nein!« sprach sie rasch. »Aber ich sehe voraus, daß Sie sich während dieser letzten Tage ganz Ihrem Freunde widmen, mich vollständig vernachlässigen werden ...«

»Das denken Sie nicht,« fiel er ein. »Das können Sie nicht denken, Paula.«

Sie glaubte ihm und fühlte sich beschämt.

»Rufen Sie Ihren Freund her, ich bitte Sie darum,« sprach sie errötend.

In seinem Gesicht prägte sich ungeschminkte Freude aus. »Juchei[20]!« rief er sich umwendend und winkte dem jungen Geistlichen, heranzukommen. Dieser trat grüßend auf sie zu.

»Mein Freund, Kooperator Perkow, Fräulein Reinberg,« sagte Harteck.