Diese Frage liegt dir auf den Lippen, und ich höre sie von Tausenden deiner Altersgenossen. Auch darüber wollen wir sprechen.
Der Trieb kommt aus dem Fleische, aus dem chemisch-physikalischen Getriebe des Körpers, und darum ist es wohl ein Gebot der Klugheit, ihm zunächst mit den Waffen der körperlichen Pflege und der gesundheitlichen Zucht beizukommen.
Das wird nicht von allen Seiten anerkannt, und es gibt Leute, die viele Worte machen und dicke Bücher schreiben, und entweder an der Onanie und den einsamen Leiden junger Menschen mit ein paar Worten vorbeigehen oder aber das Körperliche dabei kaum beachten. Ich will diesen Leuten keinen Vorwurf machen, so sehr der Ernst der Sache es rechtfertigen würde. Aber ich sage es, um dich ganz besonders auf die körperliche Entstehung des Geschlechtstriebes und damit auf die körperlichen Heilungsmöglichkeiten der Onanie hinzuweisen.
Pflege deinen Körper! Halte dich gesund und frisch und straff! Ich sagte dir schon, daß ein geschwächtes und darum reizbares Nervensystem den sinnlichen Anreizen, die von überall herkommen, und die man nicht alle abwehren kann, keinen Widerstand entgegenzusetzen vermag. Es erliegt der geschlechtlichen Erregung. Der gesunde Körper, der Mark und Saft hat, bleibt eher im Gleichgewicht. Alles Gesunde ist in sich ruhig.
Was gehört zur gesunden Lebensführung?
Nichts weiter, als die einfache Befolgung der Naturgesetze, die sich für den Menschen aus der vergleichenden Naturbeobachtung ergeben. Ein gesunder Gebrauch der Kräfte und Organe, damit sie in ruhiger, gleichmäßiger Anstrengung erstarken.
Aus Atmung, Ernährung, Muskelarbeit und Ausscheidung setzt sich das körperliche Leben zusammen.
Atme planmäßig, tief und ergiebig. Besser, als du es bisher getan, und gründlicher, als es die meisten Menschen tun. Atmung ist Leben. Die Atmung ist die dynamische, das heißt die Antriebskraft für den ganzen Organismus. Von hier aus gehen die feinen Schwingungen, die überall die Organe zur Tätigkeit anregen. Der Atem ist Stoffwechsel. Denn wir entnehmen der Luft den belebenden Sauerstoff, das Brennmaterial des Lebens, und befreien im Ausatmen den Körper von der giftigen Kohlensäure. Die Kohlensäure ist ein lähmendes Gift, das, wenn es zurückgehalten wird, den Körper erschlafft, den Aufbau in den Geweben hemmt, den Geist träge macht und durch all dies der Geschlechtserregung die Tore öffnet. Tiefes Atmen, namentlich energisches Ausatmen, befreit den Körper von der Kohlensäure.
Darum atme grundsätzlich dreimal jeden Tag etwa 10 bis 15 Minuten lang tief und ergiebig ein und aus. Etwa morgens gleich nach dem Erwachen, mittags vor dem Essen und abends vor dem Schlafengehen. Nimm dabei eine aufrechte Haltung mit zurückgebogenen Schultern an, und wenn du glaubst, gut ausgeatmet zu haben, dann versuche zum Schlusse noch – ohne neuen Atem zu nehmen – den Buchstaben e langsam singend herauszupressen, solange du kannst, dann wird der letzte Rest verbrauchter Luft aus der Lunge entfernt sein, und du kannst die wundersame Saugkraft deiner Lungen wieder in einem nun um so tieferen Atemzug bewundern.
Du wirst mir für diesen Rat dankbar sein, wenn du erkennst, welche Wunder solch ein tiefes, planmäßiges und vor allen Dingen tägliches Atmen an Körper und Geist zuwege bringt.