Deutsch sein! Diesem Schlachtruf unterlagen die römischen Legionen in den finsteren germanischen Wäldern. Für diesen Begriff blutete Deutschland aus immer wieder frischen Wunden. Unter diesem Zeichen siegten wir und wurde unser Volk stark und groß. Deutsch sein! das ist nicht ein bloßes Wort, nein, das ist Blut und Mark und Saft von besonderer Art. Die Form des Kopfes, Farbe und Glanz des Auges, Empfindung, Denken und Tun: all das ist deutsch, ist anders als das der anderen Völker. Um dies Deutschsein haben Tausende auf rauchenden Schlachtfeldern gelitten und gestritten, Tausende haben sich in der Ferne in Sehnsucht nach der Heimat verzehrt, und Jubel und Jauchzen erfüllte ihre Brust, wenn sie an Rückkehr denken durften.

Deutsch sein! dafür haben wir vier Jahre lang dem Ansturm einer ganzen Welt standgehalten, bis das Aufgeben dieses Deutschseins uns die Waffen aus den Händen schlug, uns wehrlos machte, daß wir zusammen brachen.

Nun merke auf! Es gibt Menschen von fremder, heimatloser Art um dich und charakterlose Schwätzer, die deinen Rassen- und Volksbegriff leugnen und zerstören möchten. Sie setzen viel hohle Phrasen an die Stelle des greifbaren Volkstums. Laß dir dies Rassen- und Volksbewußtsein, diesen völkischen Stolz, nicht rauben! Schlage die Blätter der Weltgeschichte um! Blatt für Blatt erkennst du das gewaltige Ringen der Völker um ihre angestammte Art. Und du erkennst, daß nur dann ein Volk stark nach außen sein kann, wenn es zugleich stark nach innen ist, gesund und fest in seinem Kern und sittenstark. Die sittliche Kraft in einem Volke war stets auch seine politische Kraft. An der Sittenlosigkeit, in der geschlechtlichen Ausschweifung, gingen die Völker, die Staatengebilde zugrunde. Kennst du das Beispiel Roms? Lerne es fürchten! Weißt du, daß die morsche, sinnliche römische Kultur dem Ansturm Odoakers erlag, der mit den heldenhaften und sittenstrengen Söhnen der germanischen Wälder heranrückte? Lerne dies deutsche Volk um seiner großen Vergangenheit und seiner Tugenden willen lieben! Aber zugleich beobachte, daß der Sittenverfall auch bei uns sich ausbreitet, daß zerstörende Mächte an den alten, festen Grundlagen unserer Volksart tätig waren, und daß wir längst im Innern morsch waren, ehe die Übermacht der Feinde uns auf die Knie zwang.

Nun aber wollen wir wieder hochkommen, wollen wieder die Schmach von uns abwaschen, wollen unsere Kraft und unsere Ehre wiedergewinnen – und dazu muß jeder Einzelne bei sich selber anfangen. Sittliche Reinheit! so heißt der Wahlspruch.

Hier hast du ein zweites Lebensziel: Liebe dein Volk und lebe für dich so, wie du möchtest, daß das Ganze sei: stark und gesund und rein. Was nützen all die schönen Worte von Vaterland und Volk und Ruhm und Zukunft, wenn nicht jeder Einzelne sein Teil Verantwortung für das Ganze in sich trägt und danach lebt.

Dem politischen Ehrgeiz eines Volkes muß eine gesunde und sittliche Lebenshaltung die treibenden Kräfte geben. Darum ist es betrübend, zu sehen, wie Staatsmänner und Politiker starke Worte machen und heftige, erbitterte Parteikämpfe ausfechten, ohne doch der Notwendigkeit zu gedenken, daß all dies Mühen nur ein Tageserfolg ist, wenn er nicht aus der klug gepflegten Volkskraft dauernd gespeist werden kann. Eine zahlreiche, körperlich und sittlich starke Jugend ist der Lebensquell des Volkes, und dies Bewußtsein muß jeder junge Mensch in sich tragen.

Du siehst, auch hier gehörst du nicht dir selbst. Ein zweiter Wegzeiger ist in deinem Leben. Er zeigt auf dein Volk. Ihm gehörst du mit deiner ganzen Art, mit Leib und Seele, mit dem Wollen und Wünschen. Und darum muß dein Leben sich so gestalten, daß es deinem Volke nicht Schaden bringt.

3.
Die Familie.

Von der Volkseinheit und -Eigenart trennt sich die Einheit und Eigenart der Familie ab. Und hier erblüht dem Baume deutscher Art die schönste Blüte: das deutsche Familienleben. Wie ist es besungen worden, und wieviel schöne Erinnerungen an das Elternhaus tragen wir mit uns in das Leben hinein. Sorgende Liebe erfüllt die Räume. Milde und Strenge paaren sich, um die Buben und Mädchen zu bilden zu tüchtigen Menschen, damit sie einen Platz im Leben ausfüllen können. Und jeder von ihnen tritt in das Leben hinaus und wird und will wieder eine Familie gründen. Was er zu Hause Gutes sah, pflegt er weiter und verbindet's mit Neuem. Wohl ihm, wenn er nur Gutes sah, wenn recht viel gute Erinnerungen ihn begleiten. Was die Eltern Gutes an ihren Kindern gewollt, das müssen die Kinder zu erreichen trachten. Denn darin liegt ein Dank für die dahingegangenen Geschlechter und ein großes, starkes Versprechen an die kommenden. Die Eltern denken Gutes von dir, die Brüder und Schwestern tun es auch. Wie kannst du darum Schlechtes tun und dann ein schlimmes Geheimnis mit dir herumtragen, das zu verraten du kaum den Mut findest? Die Familie ist der Hort der guten Sitten. Ehre die Stätte, der du entstammst, und tue nichts, was nicht jeder wissen darf.

Zum dritten Mal stecke ich dir ein Lebensziel, zeige dir einen Maßstab und eine Grenze deines Tuns: deine Zugehörigkeit zur Familie. Zum dritten Male sage ich dir, daß du nicht dir selbst gehörst, sondern gebunden bist im Denken und Tun an die Gesamtheit, an die Familie, an das Volk, an die Menschen überhaupt. Dein Wohl ist das der anderen. Die Kraft und die Ehre der Gesamtheit liegen für dein Teil in deiner Hand.