Bruno Wille, geb. am 6. Febr. 1860 in Magdeburg, zeigt sich in seinen Gedichten und philosophischen Schriften als freier unabhängiger Denker, der, vom Socialismus ausgehend, den Weg zum Individualismus findet. (»Einsiedelkunst aus der Kiefernhaide« u. a.)
Die Nationalen.
Adolf Pichler, geb. am 4. Sept. 1819, ist der älteste Tiroler Dichter: sein Leben und seine Werke reichen von der »Franzosenzeit« bis zur Gegenwart. Ein Gelehrter und von allseitiger Bildung, weiß er doch wahrhaft volkstümlich zu erzählen (»Allerlei Geschichten aus Tirol«, »Letzte Alpenrosen«, »Aus den Tiroler Bergen« u. a.). Er hat ferner als Lyriker »Hymnen« geschrieben, »Spätfrüchte« und »Marksteine«. Unter den Vorkämpfern einer liberalen Weltanschauung, aber milde und versöhnlich, steht er in vorderster Reihe.
Karl Pröll, geb. in Graz 1840, bekannt als journalistischer Vorkämpfer des Deutschtums in Böhmen, lebt seit vielen Jahren als Schriftsteller in Berlin, von wo er neben zahllosen politischen Schriften seine Lieder »Sturmvögel«, »Vergessene deutsche Brüder« u. s. w. und seine prächtigen Sammlungen von Skizzen und Novellen »Moderner Todtentanz«, Bd. 1–5, »Vogelbeeren«, »Spreu im Winde« etc. veröffentlichte.
Fritz Lienhard, geb. am 4. Okt. 1865 in Rothbach i/Els., war von 1893–1895 Redakteur des »Zwanzigsten Jahrhunderts« und Anfang 1900 auf kurze Zeit Herausgeber der »Heimat«. Bedeutend sind seine »Lieder eines Elsässers«, sein Wanderbuch »Wasgaufahrten« und besonders seine Dramen »Naphtali«, »Weltrevolution«, »Till Eulenspiegel«. In seiner schriftstellerischen und journalistischen Thätigkeit sucht er der »Heimatkunst«, dem Nationalen in Dichtung und Leben, den Weg zu ebnen.
Anton Ohorn, geb. am 22. Juli 1846 in Theresienstadt, schrieb zahlreiche Romane, Erzählungen und Novellen, von denen das meiste Aufsehen die nationale Erzählung »Das deutsche Lied« gemacht hat.
Anton August Naaff, geb. am 28. Nov. 1850 in Weitentrebetitsch, Herausgeber der »Lyra« in Wien, veröffentlichte die Liedersammlungen im Volkstone: »Aus dem Dornbusch«, »Gartheil und Krauseminz«, »Der Sonn' entgegen«, »Gerda« u. a.
Ottomar Beta (eigentlich Bettziech), geb. am 7. Febr. 1845 in Berlin, wurde in England erzogen. B. veröffentlichte außer zahlreichen nationalökonomischen, socialpolitischen und politischen Schriften mehrere Dramen und Romane, von denen das Trauerspiel »David Rizzio«, das Lustspiel »Altmodisch und Modern«, das Schauspiel »Nichts halb!« und besonders das Lustspiel »Feurige Kohlen« Anerkennung fanden. Seine Novellen und Romane »Schmollis, ein Hundeleben«, »Unter Unkraut«, »Peregrine«, »Die Rache ist mein« u. s. w. verraten ein bemerkenswertes Erzählertalent. Beachtung verdient auch das satirische Epos »Barbarossa's Botschaft«.
Adolf Graf von Westarp, geb. am 21. April 1851 in Breslau, erregte Aufsehen durch sein Buch »Fürst Bismarck und das deutsche Volk«, sowie durch sein Lied »An den Kaiser« (nach Bismarcks Entlassung). W. ist ein ebenso eigenartiger wie talentvoller Lyriker. (»Deutsche Lieder«, »Idyllen und Elegieen aus den bayrischen Bergen«.)