Richard Zoozmann, geb. am 13. März 1863 in Berlin, mehr Dilettant als Dichter, gab eine ganze Reihe von Gedichtsammlungen heraus, von denen hier »Minneborn«, »Lieder, Romanzen und Balladen«, »Neue Dichtungen«, »Aus Herz und Welt«, »Aus allen Zonen« genannt sein mögen.

Reinhold Fuchs, geb. am 8. Juni 1858 in Leipzig, ist gleich ausgezeichnet als Lyriker wie als Epiker. Die Versnovellen »Strandgut« und »Herzenskämpfe«, drei Erzählungen in Versen, sind »goldene Früchte in silbernen Schalen« und brauchten den Vergleich mit Tennyson nicht zu scheuen.

Jeannot Emil Freiherr von Grotthuß, geb. am 5. April 1865 in Riga, Chefredakteur des »Türmer«, zeigt sich in seinen auch formell einwandfreien Gedichten »Gottsuchers Wanderlieder«, sowie in der Erzählung: »Der Segen der Sünde« als ein überzeugungstreuer Christ.

Ricarda Huch (recte Frau Ricarda Ceconi), geb. am 16. Juli 1864 zu Porte Alegre, bekundete in ihren im Denken und Fühlen modernen »Gedichten«, sowie in dem Roman »Erinnerungen von Ludolf Urslen dem Jüngeren« ein starkes poetisches Talent.

Alfred Beetschen, geb. am 8. Okt. 1864 in Aarau, ist ein feinsinniger, liebenswürdiger Dichter, dem auch Witz und Satire nicht fremd sind. Seine »Gedichte«, die er 1898 herausgab, spiegeln fast durchweg Selbsterlebtes und -empfundenes wider. Ein hübsches wenn auch nicht gerade bedeutendes novellistisches Talent spricht aus den »Flegeljahren der Liebe«.

Hans Bethge, geb. am 9. Januar 1876 in Dessau, der Jüngsten einer in der Litteratur, debütierte mit dem Skizzenbuche »Syrinx«, dem er Gedichte: »Die stillen Inseln« folgen ließ, in denen sich eine frische, fröhliche Jugend ausspricht, die aber dank des Storm'schen Vorbildes künstlerisch nicht auf Abwege gerät. Er ist ein Moderner und doch »unmodern«, weil er noch Ideale hat.

Anna Ritter, geb. am 23. Febr. 1865 in Coburg, gab 1898 »Gedichte« heraus, die die leidenschaftliche hingebende Liebe des Weibes in formvollendeten Versen zum Ausdruck bringen.

Johanna Ambrosius (recte Johanna Voigt), geb. am 3. August 1854 in Lengwethen, führte sich als »arme Bäuerin« in die Litteratur ein und verdankte dieser Darstellung einen großen buchhändlerischen Erfolg ihrer »Gedichte«.

Ludwig Palmer brauchte kaum als »Arbeiter« gleichsam entschuldigend in die Litteratur eingeführt zu werden. Ein großer Teil seiner »Lieder eines Arbeiters« sind, bei tiefem Gefühlsgehalt, in der Form tadellos.