40. Paghman: Triumphbogen
Gegen fünf Uhr kamen wir nach Siah Gird, wo schon alles für uns vorbereitet war. Wir wurden in einem Landhäuschen untergebracht, von dem aus wir einen herrlichen Ausblick auf die hohen Berge und das von hohen Terrassen eingefaßte Tal hatten. Siah Gird liegt zwischen der Haupthindukuschkette im Norden und der Paghmankette im Süden. Eine wilde, enge Schlucht führt gerade gegenüber von diesem Dorfe zu dem hohen Tschähardarpasse (4050 Meter), der in der Haupthindukuschkette liegt und der von Griesbach überschritten wurde. Die Gipfel waren tief in Schnee gehüllt und die hohen Hindukuschpässe waren zur Zeit gesperrt.
41. Hotel Inderabi Kabul
Im Landhäuschen wird sofort das große Kohlenbecken, das »Mangal« aufgestellt, das herrlich wärmt. Später wird noch ein niedriger Tisch darübergestellt, auf den wir eine große Wolldecke legen und so unsere Beine darunter wärmen. Diese »Sändälis«, wie sie genannt werden, wärmten außerordentlich; nur brauchte man sich nicht zu wundern, wenn man später einige unliebsame kleine Gäste aufgenommen hatte. Das Essen wurde sehr spät gebracht, und doch verspürten wir solch großen Hunger! Erst um elf Uhr wurde der Pilau aufgefahren, so daß wir vor zwölf Uhr nicht zur Ruhe kamen. Wir schliefen in unseren Feldbetten. Die Afghanen hingegen lagen platt auf der Erde und hatten sich in ihre Wolldecken eingerollt.
42. Der Verfasser
Am anderen Morgen waren wir schon früh wieder auf. Der Himmel sah nicht sehr verheißungsvoll aus. Es war solch eigenartige Luft, so dumpf; wir waren alle gedrückter Stimmung. Es war gerade, als ob etwas Unheilvolles sich über unseren Köpfen zusammenbrauen wollte. Gewitterstimmung, obgleich wir im tiefsten Winter waren! Wir hatten uns entschlossen, gleich weiter nach Bamian zu ziehen und den Besuch der Kohlelagerstätten in der Umgegend von Siah Gird aufzuschieben.
43. Palastbau Darulaman