Eines Morgens vergaß Adriaen die Läden zu öffnen. Als Saft ausging, dachte er: So wird das Haus sich ausnehmen, wenn Adriaen nicht mehr darin sein wird. Adriaen hatte, als er heimkehrte, denselben Gedanken in bezug auf seinen Bruder.

Die alte Mie Bergman wurde krank und kauerte in einem Lehnstuhl. Nun wurden sie gewahr, daß sie allein noch die Reste ihrer Wirtschaft zusammenhielt. Ihr Haß verlor den Zuschauer, seinen notwendigen Zeugen. Sie mußten miteinander sprechen oder einander töten.

Saft mengte dem Gemüse einige Schierlingblätter bei; Adriaen verbarg am Grunde des Zuckerstreuers Arsenik.

Dies geschah am selben Tage, zur selben Mahlzeit. Dann, irgendwie ihr gegenseitiges Verbrechen ahnend, und dennoch hartnäckig in ihrem endgültigen Schweigen verharrend, zog jeder von ihnen sich zurück, um zu verrecken, der eine oben, der andere unten in den entgegengesetzten Enden des Gasthauses „Zum sanften Tod“.

IM DORFE

IN nächtlicher Stille schlug um Mitternacht ein Blitz so entsetzlich ein, daß man hätte schwören können, er bräche das Dorf entzwei. Jeder hielt sein Dach für durchbrochen. An den Fenstern erschienen Köpfe. Gust Laer, der Schreiner, und Thys Blokkar, der Sesselflechter, sahen als erste den Feuerschein am Gipfel des Kirchturms. Lange blieb das ihr Stolz.