– »Seine erste Frau muß ein Frosch gewesen sein,« sagte sie oft. »Denk dir bloß, wie man von Adolf weglaufen kann!«
An einem Abend, als er im Konzert war, sprachen wir auch wieder von ihm. »Weißt du, daß er ein Dichter ist?« fragte Margret.
»Meinst du seine Knittelverse?«
»Nein,« sagte sie geheimnisvoll. »Wenn du mich nicht verrätst, will ich dir etwas zeigen. In seinem Bücherschrank steht ganz rechts, ich glaube in der zweiten Reihe, ein Band lyrischer Gedichte von einem ganz unbekannten Modernen.« Und als ich das Büchlein geholt hatte, fuhr sie fort: »Sieh, es steht auf jeder Seite bloß ein ganz kleines, dünnes Verslein von dem Menschen, da hat es Adolf gejuckt, auf den unmenschlich vielen leeren Platz etwas hinzuschreiben, weißt du, nur des Spasses und der schlechten modernen Verse wegen!«
Wir schlugen das Buch auf, und siehe, um den süßen Lyriker herum standen Adolfs Kratzefüße in holder Eintracht. Ich habe mich seit jenem Abend noch manchmal an dem wunderlichen Büchlein ergötzt und will hier ein paar von den Gedichten niederschreiben.
Wenn die Becher klingen,
Denk an kein Zerspringen!
Wenn der Früchte goldene Sonnen
Ihre Fülle senken,
Lasset uns an kein Zerronnen –