Es soll auch kein maurrer keinen zigelstein noch kalck nicht furkauffen, dann als vill einer zu stund an zu seiner arbeit bedarfe; wer aber, das einer den zeug also nicht gar verarbeitet, so soll er den nicht hingeben noch verkauffen, es werde ime dann vom ratt erlaubt; alles bei seinem aide.
Es sollen auch die meister steinmetzen, zimmerman, maurrer, tüncher und decker keinen frembden gesellen, der herkomen und nit burger ist, uber acht tag kein arbeit hie ine thun lassen, noch in keinen uber die zeit nit furderen bei iren aiden, es hab in dann vor derselbig meister, der in furderen will, zu der stat paumeister gefürt und in geloben und einschreiben lassen, alles das zu thun, als die vorgeschriben stuck und ordenung zu erkennen geben, als ander knecht derselben handwerck, die burger sein, getrewlich ongeverde. und das sich auch derselben frembden keiner mit wesen hie nit nidersetzen [soll], er hab dann burgerrecht empfangen; und unterwunde sich aber derselben frembden gesellen einer hie arbeit on eines meisters willen oder sich zu untersteen hie nider zu lassen unerlaubt, den sollen die meister dem pfenter fur zu pringen schuldig sein bei iren aiden, den mag ein rat straffen, als er darumb zu rat wirdet. doch so sollen die meister pflichtig sein, die gesellen, die burger sein, zu furderen vor den frembden.
[186a] Die zimmermeister, die zu dem fewer genomen werden, sullen sweren etc. wenn ein fewer außkome, das dann ein ieglicher mit seiner axt und peihellen zu dem fewer kome und mit allen seinem vermügen darzu helf und thue nach eines burgermeisters, vierteilmeisters oder nach der obersten haubtleut rat und haissen. und wenn sie also arbeiten, so soll man ine ir arbeit woll lonen nach ratt der losunger.
Es sollen auch die meister noch die knecht weder klupfel noch spenn noch keinerlai holtzwerk auch keinerlai eisenwerck noch anders, das zu dem pawe gehort, von der arbeit tragen, auch in die pauherren, ir frawen noch ir gewalt des nit vergonnen; wer das überfure und darumb fur gevordert wurde, der must zu puß geben ein pfunt novi.
Auch so soll furpaß kein zimmerman, der meister ist, keinen furgriff besteen, da im iemant zimmerholtz, pretter oder keinerlai ander zeug verding. woll mag einer umb sein arbeit furgriff machen, also das er nichtz anders verding denn die arbeit allein on den zeug, wer das uberfure, der must von einem ieden pawe zehen pfunt novi on genade [zu puß] geben; und es mocht einer so geferlich halten, in wolt der ratt darzu straffen, nachdem und er zu ratte wurd.
Wa aber iemant ein furgriff besteet oder mit des rats erlaubung außwendig der statt uff dem lande arbeitt, den sullen diese gesetze nicht binden; doch das die meister, wa sie also furgriff oder arbeit haben, den gesellen den lone und badgelt geben, wie dann nach gesetzt ist.
[186b] Es sollen auch die meister [wem sie] arbeiten mit sampt iren gesellen, die sie mit ine doran pringen, demselben von seinem werk nit geen wider seinen willen, piß sie im sein werk außgeworcht und volbracht haben, die weil er im werkzeug zu geben hat; und desgleichen sullen auch die knecht, die mit einem meister in ein arbeit steen, bei demselben meister und der arbeit beleihen, biß die volbracht wirt, und davon on willen des pauherren und des meisters nit geen on mercklich und redlich ursach. welcher meister das überfure und von dem werck gieng, der soll der stat zehen pfunt newer haller geben zu puß und dem pauherren sein schaden schuldig sein ab zu legen; und welcher knecht von seinem meister gieng, ee die arbeit volbracht wurde, der solt ein pfunt newer haller zu puß geben und verfallen sein, und den solt furpaß auch kein ander meister weder furdern noch aufnemen zu arbeitten. welcher meister in darauf uffneme, so er des erinnert were worden, und das also überfure, der sol von ieglichem tag ein pfunt newer haller zu puß geben; und er mocht es also geverlichen halten, ine wolt der ratt darzu straffen, nachdem und er zu ratte wurde.
Es soll hinfuro kein steinmetz, zimmerman, maurrer, decker, tuncher, claiber und dergleichen oder iemant von iren wegen dem anderen meister, welcher der ietzgemelten hantwerk er ist, sein knecht mit gab oder miett oder einicherlai versprechnus oder verwennung über den hernach bestimpten gesetzten lone uß seinem gewalt nit dingen noch abhendig machen. und wer das überfure und darumb [gerückt] oder furpracht wurde, das er solichs uberfaren het, der must als oft darumb zu puß geben an die stat funf pfunt novi und dem clager auch sovil on genade; und er mocht es also geferlichen halten, in wolt ein rat darzu straffen, nachdem und er zu ratt wurde.
[187a] Es soll auch ein ieglicher meister und werckman an sein arbeit geen die zeit auß, so die glock achte, neunne, zehenne schlecht, alle tag des morgens zu dem garauß und des abentz zu dem garauß davon geen, und in der obgemelten zeit alle tag ein hore zu dem essen geen und nicht mer.