Wenn aber die glock ailfe, zwelfe und dreuzehenne slecht, so sullen sie dieselben zeit alle tag des morgens ein halbe hore nach dem garauß und des abents ein halbe hore vor dem garauß zu und von der arbeit geen; und sie mugen dieselben zeit zwo stunt zu dem essen geen und nit mer.
Und wenn die glock viertzehenne, funfzehenne und sechtzehenne schlecht, sollen sie dieselben zeit alle tag des morgens ein stunt nach dem garauß und des abents ein stunde vor dem garauß zu und von der arbeit geen; und sie mugen dieselben zeit auß alle tag drei stund zum essen geen und nit mer.
Und in solicher vorbenanter zeit und tagen soll ein ieglicher meister und knecht zu der arbeit an geen und von der arbeit ab geen und stetigs an seiner arbeit beleiben, in massen dann vor eigentlich die stunt benent sind; und welcher meister das überfure, der solt alle mall dreissig haller der stat zu puß geben, und der knecht, so oft er das überfure, funftzehen haller.
[187b] Wa aber einer ehaft not zu schaffen hett, das er darumb von der arbeit must geen, der soll mit urlaub des pauherren gescheen, und soll der meister, als vill stund er davon ist, ie von einer stunde vier pfenning und der knecht fur ein stunde zwen pfenning am lone ab geen lassen; und so oft einer die versaumpten stunde am lone nit abziehen wolt, so vorgemelt ist, der solt aber der stat ein pfunt haller zu pueß geben.
Es soll auch kein meister, er sei steinmetz, zimmerman, maurrer, decker, [tüncher] und claiber ußwendig der stat die summer zeit nit arbeitten on des rats oder burgermeisters erlaubung; welcher das überfure, der solt die stat dreu jar meiden und nit herein komen on des rats erlaubung.
Item und nachdem man zimmerleutten, steinmetzen, maurrern, deckern, tunchern und kleibern, den meistern, iren gesellen und taglonern pißher zu essen geben hat, ist ein rat doran komen und gepietten ernstlichen, das nun hinfur kein pauherre, fraw oder ir gewalt hie in der stat den obgemelten arbeittern nit mer suppen oder sunst zu essen und trincken geben soll, sunder das bei dem gesetzten lone beleiben lassen. wer das überfure, pauherr, frawe oder ir gewalt, der must von einem ieden tag und einem ieden [arbeitter] besunder, als oft das bescheen wer, geben sechtzig haller und ein arbeitter dreissig haller.
Item einem ieden zimmerman, der meister ist, [so] soll man zu taglone geben von sant Peters tag kathedra [22 Febr.] biß auf Galli [16 Oct.] vierundzweintzig pfenning und einem zimmergesellen zweintzig pfenning.
[188a] Und von sant Gallen tag wider biß uff sant Peters tag sol man einem zimmerman geben zweintzig pfenning, und einem zimmergesellen sechtzehen pfenning zu taglon geben.
Und soll einem meister iede wochen zu badgelt geben vier pfenning und dem knecht zwen pfenning.
Es soll auch kein meister noch geselle im mer zu lone geben und zu badgelt heissen geben noch iemant anders unterweisen, denn den gesetzten lone und badgelt, wie oben begriffen ist; wer das überfure, der must ein pfunt haller zu puß geben.