Desgleichen wo ein pauherr, frawe oder ir gewalt mer dann den gesetzten lone und badgelt gebe, so oft er das überfure, der oder dieselben musten von einem ieglichen tag und iedem arbeitter zu puß geben sechtzig pfenning.

Iedoch ob das beschee, das iemant zwen oder drei tag zu einer bosselarbeit eins oder zweier gesellen notturftig würde und im der meister die an sein arbeit stellt, derselbe pauherr mocht denselben gesellen über iren gesetzten lone eines ieden tags zweier pfenning mer geben dann iren gesetzten lone, ob er anders wolt ungeverlich.

[188b] Wer aber sach, das derselb pawe lenger dann zwen oder drei tag weret, so solt er nicht mer geben dann den gesetzten lone bei der obbestimbten puß; und wer sach, das der pauherre den gesellen solichen lone also uber acht tag geben [wurde], so solten derselben pauherren und der gesellen ir ieder geben an die stat ein pfunt novi, als oft sie darumbe geclagt oder [gerückt] werden.

Und als man den meistern bißher von irs meister rechten und dargelihen zeugs wegen schenckung oder liebung thun hat mussen, ist ein rat doran komen und gepeut ernstlich, das man denselben meister soliche schenckung oder liebung hinfur nit mer schuldig sein noch geben soll, nachdem und man denselben iren lone vier pfenning hoher gesetzt hat dann den gesellen; wer das überfure, es sei meister oder pauherre, der [mus] zehen pfunt novi zu puß geben.

Auch sullen die gesworen maurrer, tuncher, decker und claiber in aller maß des lons und badgelts halben verpunden sein zu halten als die zimmerleut, außgenomen dem deckermeister zwen pfenning mer zu ieglicher zeit zu taglone zu geben.

Und in aller massen sullen die steinmetzen und maurrergesellen auch tunchergesellen, deckergesellen, die bei den deckermeistern uff dem tach steen, und die claiber in dem lone, des [badgelts und aller gesetze halben verpunden sein] als die zimmerleut, wie vor gelaut ist.

[189a] Und was man sust taglöner, morterrürrer und hantraicher zu einem pawe bedorfte, die mocht man bestellen uff das nechst so man kunt, doch also, das man ine nit zu essen gebe bei der gesatzten puß.

Und also soll ein ieglicher steinmetz, [zimmergeselle], maurrer, tuncher und deckergeselle, der burger und nit meister ist, [einem] meister, in des versprechnus und furderung er stee, [gehorsam] und in aller ordenung verpunden sein, alles das zu thun, als diese gesetze außweist, als vill in des gepürt; und soll demselben meister, der ine also furdert, nichtz schuldig noch pflichtig sein von seiner furderung oder arbeit wegen, dahin er ine furdert oder schicket, zu geben oder zu schencken. und welicher meister das uberfure, der soll zwai pfunt haller der stat zu puß geben.

Es soll auch derselben steinmetz, zimmergeselle, maurrer, tuncher und deckergesellen ir deheiner, der burger und nit meister ist, sich [keinerlai] arbeit unterwinden alle die weil im [derselbe meister] sein zu arbeitten zu geben hat. ob aber derselb meister kein arbeit hette und denselben gesellen an arbeit nit gefurdern mocht, hette dann derselb geselle arbeit und furdrung bei einem anderen meister, so soll im sein vörder meister das vergunnen; möcht aber derselb knecht kein meister in der stat gehaben, der in furdert, stieß dann icht posselwerck arbeit an ine, so soll er doch dasselb posselwerck nit arbeitten denne mit willen und wissen seines meisters uff die zeit. derselb meister soll im dann das vergonnen und erlauben on alle liebung und gabe so lang, biß dieselb arbeit volbracht wirt und er wider furderung von dem oder anderem meister gehaben mag. welicher meister das überfure und seinem knecht also in vorgeschriben masse nicht erlauben wolt, der soll der stat zu puß zwai pfunt haller geben.

[189b] Und welcher steinmetz, zimmergeselle, maurrer, tuncher und deckergeselle, wie woll er burger were, das überfure und posselwerck wider seines meisters willen macht anders dann vorgemelt ist, der soll von ieglichem tag sechtzig haller zu puß geben, so er darumb [gerugkt] werde.