Es soll ein ieglicher man den anderen befriden in den höffen und in gerten zwelf schuch hoch.

Es soll auch ein ieder den anderen befriden in der vorstat acht schuch hoch veldes halben.

Wer auch, ob iemant liecht oder trupfen het geen auf den anderen, das soll er abthun, wenn er des von im ermant wirt, alle tag pei einem pfunt haller, dann er bring es mit brieffen oder mit zeugen, das er es durch recht haben soll. pringt er es dann, das er es durch recht auf in haben sull, so soll er herauß auf in nichtz giessen noch werfen keinen unflat, oder was das ist, oberseit seiner rinnen oder niderseit; als oft er das bricht, so gibt er sechtzig haller von iedem tag.

Es ist auch gesetzt: ist, das einer pawen will mit [steinwerck] zwischen im und seinem nachpauren, so soll er das seinem [nachpauren] anbietten mit zweien gesworen mannen, ob er mit im pawen woll; und das soll er im in viertzehen tagen sagen, ob er es thun woll oder nicht. will er dann mit im pawen, so soll er den paw mit im anheben in einem halben jare, und sullen die maur auf ir baider aigen legen und sullen auch die maur machen drewer gaden hoch; wolt aber ir einer hoher mauren, der mag auf seinem halbteil mauren wie hoch er will. sie mugen auch die maur mit irrer paider willen niderer machen denn dreier gaden hoch, wie sie wollen; als in dem statbuch steet folio hundert 57.

[191a] Will er aber nit pawen, so soll jener ein maur auf in legen auf rechten grunt; wolt aber jener, auf den man die maur legt, dieselben maur kellertieff haben und bedorft ir [gener] nicht, der die maur legt, so soll er sie von sein selbs gelt legen biß auf rechte kellertieff von dem grunt, als jener die maur legen soll.

Wer auch jenen den paw anpeut, als verr der pawen will auf ir paider aigen, alsverre soll jener mit im pawen.

Wer auch, das der ander verrer pawen wolt auf ir paider aigen, des solt im der ander auch gehorsam sein.

Wer auch verrer pawen wolt, dann ir peder aigen geen, die der paw antrifft, der bedarf nit kellertieff faren, aber er soll die maur sust auf rechten und guten grunt legen; wolt aber der ander kellertieff haben im zenutz, der soll dieselben kellertieff an der meur selber an der hoch furen biß an den rechten grunt mit sein selbs gelt. und wer auf den andern also legen will, der soll nicht kurtzer auf in legen dann zwenunddreissig schuch, es sei dann mit irrer beider willen.

Wer furpaß verrer pawen wolt, den sein aigen treff an stallung, heukamer oder was das were, der bedarf nit kellertieff faren und soll auch ein maur neur zwaier schuch dick legen, ob er will, ob dem ertrich und zweier gaden hoch und nicht hoher, ob er will; will der ander hoher pawen, das mag er thun mit seinem gelt on ditz schaden. aber wer gen einem hoff oder gen einem garten pawen wolt, der bedarf aber nit kellertieff faren und mag eins gadems hoch pawen von rechtem grunt, das soll dreizehen schuch hoch sein ob dem ertrich, und die maur soll sein ob dem ertrich anderhalb schuchs dick in dem rechten, als vor geschriben steet, welcher nicht mit dem andern pawen wolt, das man die maur auf den anderen legt. und solt auch ein ieglicher, der also pawen wolt, dem andern sein holtzwerck vassen in das [steinwerg], und solt auch seinem nachpauren die maur vertigen mit pogen und mit venstern, als redlich und bescheidenlich wer. wer der ist, der den andern den paw anpeut, als vor geschriben steet, will jener denn nicht mit im pawen, so soll er auf in legen und soll auch jenem sein haus untersetzen und abraumen mit sein selbs pfenning. wer aber, das einer nicht anheim were, mit dem einer pawen wolt, so soll man im es verkunden von gerichtz wegen [191b] mit des gerichtz brieff; und wenn denn der bott beredt zu den heiligen, auf welichen tag er im den brieff geantwurt habe, von demselben tag in vier wochen kumpt er dann nicht und verantwort sich oder ehaft not für in beredt wirt als recht ist, so soll jener auf in legen und soll mit seinem pawe volfaren als recht ist.