Zu wissen, das die erberen weisen Endres Tucher und Wilhelm Löffelholz in namen und von bevelhens wegen der fursichtigen, erberen und weisen bürgermeisters und ratz der stat zu Nüremberg den beschaiden Ulrichen Reussen, Johann und Petern von [Ol] seinen aidem, Cunczen Hollinger und Cunczen Meyer, burgern und maisteren plattner hantwercks zu Nüremberg, zu bollierung des plattharnasches in der Hadermüll, ausserhalb der stat Nüremberg an der Begnicz gelegen, zwai reder in dem wasser und darob new zugericht und gepaut und zwen gemech iren bollierknechten, darinne hausheblich zu wonen mit slossen, offen, gleser und aller notdurft auch zugericht und gemacht zehen jar, die nechsten nach datum dieser zettel volgende, verlihen haben in nachvolgender gestalt, nemlich, das sie solliche reder allein zu bollierung des plattharnasches und sust zu keinen anderen sachen unerlaubt eins rats geprauchen und kein ir bollierknecht in den gemelten zweien gemechen hausheblich wonen lassen, sie seien denn bürger und wollen daselbs bürgerliche verpflicht, wie ander einwoner und bürger in der stat Nüremberg zu thun pflegen, halten, und auch die gemelten reder und gemech die benanten zeit unwüstlich geprauchen. und was fürohin an den selben rederen im wasser und darob oder sust und an den gemechen an slossen, vensteren, öfen und dergleich dingen zu pawen notdürftig wirdet, auf ir selbs costen ane eins ratz schaden pawen und machen, außgenomen die tachung, die sol in ein rat decken und pesseren lassen, und dieselben zehen jar eins ieden jars der stat zinsmaister davon zwenundfunfczig guldein reinisch landswerung, nemlich zu ieder quattemper dreitzehen guldein, zu zinse geben und richten und mit dem ersten zins antretten zu der quattemper sant Lucien tag [13 Dec.] schirist koment; und umb solliche zinse sie alle gemeinlich und unverscheidenlich hinder einander verpflicht und verhaft sein sollen. beschehe auch, das ein rat nach außgang der nechsten funf jaren des willens wurd, uff sollichen zweien rederen lenger nit bollieren zu lassen, sunder die bollierung doselbs abzuthun, wenne inen denn die darnach von ratz wegen aufgesagt wirdet, sollen sie der darnach indert jarsfrist ane widerred und mit beczalung außstendigs zins, sovil sich des nucz auf dieselben zeit ergangen hett und noch unbezalt außstünd, absteen. auch was [208b] sie in der zeit oder jaren darinnen gemacht und gepaut oder gebessert hetten, darinnen lassen und nichtz darvon außprechen noch nemen dann allein iren hausrat, werckzeug, pollierscheiben und die eisenstangen, daran dieselben scheiben lauffen, alles ungeverlich. und des zu urkund sind diser zettel zwen gleich lauttend begriffen und der stat zinsmeister ainer und den obgeschriben meisteren des plattnerhantwerg die ander außainander geschnitten geben am ertag nach sant Johanns tag zu sunwenden [25 Juni] anno domini etc. 70 primo.
Am ertag nach sant Lorenczen tag im 71 jar [13 Aug.] waren pürgermeister Hanns Lemlein und Heimrat Zyngel, in der frag wart auf den tag in einem erberen ratt verlossen und mir als der stat paumeister befolhen, das ich dann dem Koller und andern pauleutten gesagt hab; das sie sich als pauleut in den pewen mit mauren einer auf den anderen zulegen, auch zwischen nachpaweren mewer mit einander zu furen von dicke und hoche derselben mewer und anderen sachen die pewe antreffent, dorzu sie dann hie also gefordert werden, das sie sich des geleichen zu Wert auch sullen halten und dorumb entscheit geben, wie man das hie in der stat helt und pfligt zu halten etc. item desgeleichen hab ich Narcius Haller und einem seiner mitratzfreunt von Wert auch gesagt, das ein erber ratt hie das also daussen als hinnen in der stat mit den pewen [wol] haben gehalten. das sie das ferrer anderen iren freunden von Wert zu wissen thun; des sie dann willig waren und ein gut gefallen doran hetten.
Am sampztag noch sant Dionisien tag im 71 jar [12 Oct.] waren bürgermeister her Hanns Koler und Gabriel Nüczel, in der frag wart auf den tag in einem erbern ratt verlassen und mir als der stat paumeister befolhen, künftiglich zu dem newen rat in acht zu haben, wen die steinprecher am Reuchelperg ob der stat amptbuch gehorsam thun, das [209a] man dann keinen vertig noch zulossen soll, oder ir keinem sust im jar gerechtikeit am Reuhelperg geb, der nit hinter der stat beerbt sei [oder] den iren heuslichen siczt etc.
In dem 71 jar am mitwoch nach Simonis und Jude [30 Oct.] sante ich von [befelhnus] eins erberen rats den hernach geschriben fewermeistern ir iedem noch 25 newer liderer eimer, die ich hett machen lossen, der einer kost 4½ pfenning alt, zu 25 alten lideren eimern, die ir ieder derselben fewermeister vor hett, also ob fewer auskem, do got lang vor sei, das dan ieder fewermeister, so er des gewar wurd, mit 25 eimern zu dem fewer kem oder die eimer dohin schicket; und die andern 25 eimer solt ir ieder doheim behalten, ob mer dann ein fewer außkem, das ir ieder dann pei im in seinem haus noch 25 liderer eimer west zu hollen, mit denselben er des paß zu dem andern fewer komen mocht etc. so sein das die fewermeister: Peter Horstorffer, Heymrat Zyngel, Ulerich Grunther, Anthoni Ebner, Nickloss Grolant, Paulus Rietter.
Anno 1472.
In dem 72 jar adie 21 jener am eritag sant Angnessen tag ließ ich den prunen auf der vesten fegen, dorein ein katz gefallen was. daran schopft der Cuntz Hübner der maurer nochdem und er sich hett zugericht mit allen dingen funf gancz stund mit 5 gesellen zu im, und er was stetigs selber in dem prunen, und zwen gesellen auß zu gissen und hinab zu laitten den zuber; mer ein gesell, der zwischen dem prunen und dem sloß stunt am seil und an hinab lossen des zubers wider hielt; mer ein gesell, der reit und menet 3 pfert, und ein gesel, der die wag nach den pferden herwider ein trug. dorzu lech ich im ein reitlein von 36 kloftern, ein hengseil von 30 kloftern, ein zuberschaff, [dorein] geet pei 2½ eimer, mer ein morterschaff und ein leittern von 16 sprusseln, die nicht lenger noch kürczer [209b] docht, 2 pfening strick, 2 haller strick, ein lattern mit 4 dicken liechten, 2 kurcz sleuch von eim alten stiffel gemacht; so het er selber ein kurcze gruntschauffel. so bestelt ich mit 2 der stat zimmergesellen 2 hülczen groß scheiben in den zug ob dem prunen, und unter dem thor in das inner schloß walczen und stock eingemacht, das das seil auf der erden und an dem gemewer nit schaden nem. das gerett alleß der Hübner mit seiner fur auf der Peunt des morgens, als er wolt anheben, hollen ließ und dornoch das wider auf die Peunt fürt und antwortet. von der arbeit gab ich dem Cuntz Hübner mit sampt sein 5 gesellen und 3 pferden 16 pfunt alt fur alle dinck, und sie furten in den fünf stunden 136 zuber wassers aus, das ist pei 28 fuder wassers, nachdem pei 2½ eimer in den zuber gett, dann der prun 15 schuch thieff am wasser stet stetigs.
Im 72 jar am ertag vor Judica in der vasten, waren purgermeister herr Nickloss Groß und Gabriel Teczel, do wart von eim erberen rat vergunt auf beschawen, so Peter Horstorffer und ich auch eim rat furprochten des paders halben im Rossenpat, der ein heimlich gemach machen wolt und begert, in domit unter dem pflaster herauß auf die gemein faren zu lossen 3 schuch weit und pei 8 schuchen lanck; das im also vergunt ist auf eins ratz widerruffen und nit lenger, auch das er den kasten also mach und mit dem gewelb versorg, das kein wagen das eintruck oder sust iemant schaden dovor besche, alleß ungeverlich. das hat der pader also machen lossen.
Am sampztag vor sant Thiburcy und Valeriani tag [11 Apr.] im 72 jar wart meister Mertein der stat seiller der zwinger pei Tiergartenthor abgesagt, dorinnen er 16 jar seil gemacht hett, und in dem vorberck vor [210a] Tirgartenthor dorein gangen. und nachdem das man dasselb thor vermaurt, wolt man im kein schlüssel zu dem thor innen durch die statmaur in denselben zwinger mer lossen, und hat in geweist und im vergunt, im graben pei Tiergartenthor seil zu machen. das alls ward in eim erberer rat also verlossen, waren purgermeister herr Jobst Teczel und Jeronimus Kreß. dornoch im andern jar procht die Sebastian Volckmerin und Mertein Paumgartner, pfleger der fündelkint, zu weg pei eim erberen rat, das man im den graben wider absagt, und solt nit mer dorinnen arbeiten.