So hat man vor zeitten gehabt ein peutel, aber ietzunt, als die ding und von herren Hannsen Coler an mich komen sein, hat man ein swartze hultzen [püchsen], die mit allerlai gesamentem gelt ist, dorein man legt soliche halbe oder gantze taglon auch stundgelt, die die arbeitter außgesetzt oder versaumpt haben, die das gelt darfur geben wie da vorn steet etc. darzu legt ein paumeister [ein dieselben] puchsen alle wochen vier, sechs oder acht pfunt alt, darnach und ine bedunck, das er uberichs gelts bedarf etc. darauß und darvon bezalt der stat paumeister den steinmetzen, wo sie Kornperk stein gehawen haben, iedem alle tag dreier pfenning mer dann den gewonlichen lon, den man inen sunst hat eingezelt und gibt. mer bezalt man auß [30b] derselben püchsen allen [taglonern], die nit allein mit der schauffel arbeitten, einem ieden alle tag, die er die wochen gearbeit hat, ein pfenning, das heist man dann uberich pfenning nach altem herkomen. wann man rechent und zelt denselben [taglonern] alleweg in ir buchslein den minsten lon zu ieder zeit gleich durchauß, als ob sie alle allein mit der schauffel am schuß arbeitten, und wenn man inen dan gelont, so gibt inen ein paumeister dann die uberichen pfenning wie oben steet. und bezalt man von solichem gelt, wo man die winden von stat rückt oder scheubt, dem, der do schreit, ein pfenning, oder do man das winden seil einzeucht zwen pfenning, oder welicher kalck ablescht oder am hoyer singt, oder do ein tagloner fur einen andern auf der maur, wo man mauret, kan verpinden, oder im morter arbeit und den gut kan machen, und der oder desgleichen do ein paumeister sicht, das es einer verdient, oder der stat werckmeister, heist der stat paumeister ir einem ein pfenning den tag oder zu zeitten ein pare pfenning zu badgelt mer geben. das alles man von solichem gelt bezalt alles nach altem herkomen.

Auch wo dann der stat paumeister also geware wirt, das der arbeitter einer oder mer von der arbeit getragen het on laube, es weren klupfel, pretter, spenn oder anders, das inen verpotten ist, so soll inen ein paumeister an irem lon zwir als vill darfur abschlagen, domit man inen solchs abtragen weren mug etc. dann wo man das von einem liede und von dem andern nit leiden will, so macht es unwillen zwischen inen.

Mer nachdem soliche taglon in die puchslein eingezelt werden, so ist ein laden oder gehelterlein darzu vorhanden, dorein man die alle mitsampt der swartzen büchsen setzt und sperret dieselben zu mit einem schlüssel, den der stat paumeister hat. das ein zellen geschicht alle weg also am freitag nach mittage oder den nechsten tag vor dem lon tag alle wochen.

[31a] Dornach am sambstag oder aber am nechsten feierabent darvor, wo man den sambstag feiert etc. wenn der stat paumeister lonnen will, so soll der Gürtler früe komen zu dem garauß oder im sumer umb eins auf den tag zu dem paumeister und mit im geen zu der stat arbeit allenthalben, aldo des paumeisters knecht die laden mit den lönpuchslein unter einem mantel mit tragen soll. und wo die arbeitter dann sein, do soll der stat paumeister aufsperren und den arbeittern lonen wie vor geschriben steet. daran hat ein paumeister zu geen auf das minst pei zwaien stunden alles nach altem herkomen.

So isset der schaffer, als ietzunt ist Conrat Gürtler, alle freitag und sambstag das mittag moll mit der stat paumeister, auf das, das er am freitag nach mittag dem paumeister helf das gelt ein zellen und des gleichen am sambstag früe mit ime gee zu dem lonen, alles nach altem herkomen.

Item so hab ich es piß her gehalten mit der zunemung des lones der arbeitter also: wenn sant Peters tag stül feier [22 Febr.] oder sant Johanns tag vor der lateinischen pforten [6 Mai] gefallen ist auf ein montag, erittag oder mitwoch, so hab ich inen dieselben wochen gantzen follen lon [gelassen] oder zu genummen und den meisten lon geben; gefellet aber der tag einer auf ein pfintztag, freitag oder sambstag, so hab ich ine nit mer [geben] sunder das pei dem kleinen lon beleiben lassen die selben wochen.

Und desgleichen von sant Gallen tag [16 Oct.], wenn der gefellet auf ein montag, erittag oder mitwoch, so prich ich ine den lon ab dieselben wochen; gefellt er aber auf ein pfintztag, freitag oder sambstag, so prich ich ine an dem summerlon nichtz ab dieselben wochen.

[31b] Von dem walthawer.

Mer soll der stat paumeister gedencken und zu der stat nottorft bestellen einen redlichen walthawer, der getrew, warhaft und frum [sei], doran er sich gelassen und dem getrawen mug, als vor zeitten der Heintz Höchell ob zweintzig jaren und ietzunt Peter Funck zu [Fischpach] gesessen pei acht jaren walthawer ist. ein solicher walthawer, den ein paumeister bestellt mitsampt sein knechten, die ime helfen hawen, soll der stat paumeister einem obersten amptman des waldes in sant Laurentzen pfar im anfang zu prengen und stellen. derselb walthawer und sein knecht sullen dem amptmann gehorsam thun nach altem herkomen, und darnach alle jar zu sant Walpurgen [1 Mai] tag des gleichen thun, die weil ein walthawer der stat paumeister fugsam und eben ist.

Es soll der stat walthawer der stat paumeister zu der stat nottorft zimmerholtz hawen, des gleichen sein knecht, die im helfen hawen zu der stat nottorft, die thun alle jar zu sant Walpurgen tag gehorsam und schweren einem obersten amptman des [walds] in sant Laurentzen pfar, das sie des walthawer ampts getrewlich warten und pflegen wollen, auch alles holtz zu rechtem wedel am monat hawen und fellen, es sei was holtz das sei, außgenomen streuholtz auf die prucken mugen sie woll im unhaw hawen. und was des holtz im wedel gefellt und zu zimmer tauge, sullen sie auf hawen hinters und forders und sunderlichen eichens holtz, was man des geniessen mag, dormit das kein holtz auf dem walde pleib ligent. aber in der meil sullen sie kein holtz hawen, inen derlaub es dann ein erber ratte oder ein oberamptman des waldes. auch so soll der stat walthawer niemant kein holtz hawen oder furen auch nit holtzen, dann im selber mag er ungeverlich ein prennholtz furen zu seiner nottorft, es wer dann, das er zu der stat nöttorft nit zu hawen noch zu furen hett, so mocht er im selber zu nutz woll holtzen auf seine pfant, doch mit gunst und willen eines obersten amptmanns und anders nit, alles ungeverlich. was zimmers dann der stat walthawer also hawet, das soll er alles zaichen mit zweien †† creutzen, als im das der amptman bevolhen hat.