Auch so thüren die nachtmeister von sant Walpurgen tag [1 Mai] piß auf sant Michelstag [29 Sept.] in der stat kein gemach raumen on erlaubung eines ratz. darzu erlaubt es ein rat nit gern in [67b] solicher zeit, es thet dann so grosse not, also das einem ein gemach ubergieng, aufprech oder an einem pawe irret, so derlaubet man in ie zu zeitten zwue drei stunt oder ein halbe nacht auf das lengst und nit mer. das soll ein paumeister in acht haben, das er in nichtz erlaub on wissen und willen eines ratz oder bürgermeisters. nachdem der ding so vill an einen rat und bürgermeister gelangen, hat ein rat das gesetzt auf einen paumeister die ding zu erlauben doch nit on merklich ursach, und das ein paumeister daruber schick oder selber gehe und das sech was noet oder nit nöt sei, das er sich darinnen wiß denn zu halten etc.
[68a] Von eichen [pantnageln und kleibzwecken].
Der stat paumeister soll auch geflissen sein, das er alleweg auf ein fürsorge hab ettlich hundert eicher pantnagel, groß und klein, auch eichen kleibzweck. die machen die zimmergesellen gern im winter in iren stuben und geben hundert pantnagel fur zehen und zwelf pfenning, und die kleibzweck für zehen und fünftzehen pfenning ein tausent, darnach sie sein, von irem holtz etc. aber nachdem zu zeitten ettlich abgeng von eichen stümellen abgeen, die hab ich mitsampt newem eichen holtz schneiden lassen nagels leng, und der stat zimmergesellen die heim geschickt, zu den ich mich versach, die gut nagel machten. darfür gib ich in, so ich ine das holtz gib, ie für ein hundert pantnagel vier pfenning und für ein tausent kleibzweck siben pfenning, von der stat holtz etc. und von einem hundert leittersprüssel zu fewerleittern zwelf pfenning, von der stat holtz.
[68b] Von leinöl.
So soll der stat paumeister auch allewegen pei im haben einen zentner oder zwen leinöls, das man zu wagenschmir und küt, auch sünst zu öltrencken und mancherlai sachen bedarf. sünderlichen muß man haben ein jar bei zwei schaff schmir zu wagen und kerren, darzu man des öls und unslit, das man darzu kauffen muß, vil vernützt etc. des alles hab ich ie uber das ander jar ein dünn, die bei zweien zentnern swer ist, kauft zu sibenthalben pfenning und sechs pfenning drei ört. dasselb öl thut man auf der Peunt in einen trock, der darzu gehort und gemacht ist; das kauff man umb aller heiligen tag [1 Nov.]. auch soll man sich versehen, das es abloß und laüter und nit dick oder voll kötz sei, dann doran geet sünst vill ab etc.
[69a] Von wagenschmiere.
Der wagensmire muß man haben ein jare pei zweien schaffen, ein summer und ein winter schaff, die lest man ie zu zeitten machen alte weiber, die sie den pfragnern auch machen; darzu gibt man iren allen zeug und ie von einem schaffe zu machen pei siben und acht pfenning. so hab ich sie zu zeitten kauft also gemacht und für ein pfunt geben sechs pfenning, darnach das unslit und öl tewr ist. die bestellet man eins zu mitfasten und das ander zu sant Gallen tag.
[69b] Von pessen.
So muß man bestellen und auch ein jar haben pei fünftzig oder sechtzig pessen, darnach man vill zu mauren hat. die pessen nützen die maurrer auf der meur am ersten, wenn die dann stumpfet werden, so gibt man sie den pflasterern und den deckern, die nützen sie das pflaster damit auß zu keren, so machen die decker kleine pessenlein darauß, darmit sie ire dach auß keren und ir gelten. die pessen hat mir einer, genannt Fritz, zu [Zyrndorf] gemacht und die auf die Peunt bracht, ie zwen für drei haller, und ein für einen pfenning zu zeitten etc.