Auch so kauft der lochhüter sein kölen selber auf dem marckt, der er ein jar pei dreuen oder vier fuder haben muß, darvon er auch gibt den [scharwachtern] unter dem rathaus und den [gerichtzschreibern] in das gericht. dieselben kolen bezallen im die herren auß der loßung stuben und geet einen paumeister nit an, desgleichen mit dem holtz, das lest im ein amptman des waldes sant Laurentzen pfarr mit fron herein füren, im und dem hausknecht, und gibt in auch schleißholtz zu ir nottorft ine beiden.

Nun haben die junckfrawen und geisterin, die in das loch geen, ein truhen im loch steen, darzu sie den schlüssel haben und darinnen sie behalten küss, leilach, pölster und ander geret, das sie nützen und prauchen, wenn man den gefangen das leben absaget und sie mit dem heiligen sacrament bewaren will, darzu sie dann ettlich ewig gelt von dem rathaus haben, das ein pfleger des reichen almusens ein nimpt [von den lössungern] und in das verrer gibt darvon dieselben junckfrawen den gefangen also gütlich thun, so man in das leben absagt und sie richten will. und solich küss und auch ander ir geret lassen sie davon waschen, pessern und machen etc.

[72a] Von dem nachrichter.

Der züchtiger hat ein richtswert, das man im oder einem ieden, wo er es begert, auß der lossung stuben gibt, so man einen bestellt. darzu hat er ein kleins messens kriglein und ettlich eisen zu dem prant und augen ausprechen, das alles der stat ist, der ich eines teils machen hab lassen. so einer abtrit, soll man sollichs an im [vordern], das ers uber antwort. was er sünst zu seinem ampt bedarf von holtz, fassen, strengen, das richten im alles die herren in der lossung stuben auß.

[Ein reihen], die do geet durch und zwischen der jüden heüser herab an die Ledergassen und also ferr zwischen den heüsern biß an die Newengassen, das alles ist der gemein. dieselben reihen hab ich raumen lassen durchauß im [sibentzigsten] jar zu Martini und gab davon auß zu füren zwai und zwaintzig pfunt alt; die reihen war in 18 jaren nit geraumpt worden. solch unflat kümpt vill von den juden heusern und auch von irem schlachhaus, und wenn groß platzregen komen von sant Gilgen hoffe furt der regen vill santz und ertrichs herab.

Auch so ist ein heuslein hinten am sant Seboltz kirchoff, das steet auf der gemein, darinnen die hüter am Weinmarckt ir beheltnüs und wonung des nachts haben. das selb heuslein machen und decken die hüetter selber, und geet der stat paumeister nit an etc.

[72b] Von der segmül.

Zu dem allen soll der stat paumeister bestellen ein segmül, der man dann zu der stat nottorft nit woll geratten mag, nachdem man vill pretter zu der stat nottorft bedarf; alsdann Lutz Steinlinger seliger von Thoman, mülner auf dem Newenpaw, das segrat bestunde umb dreissig güldein ein jar, darnach Hanns Coler umb sechsunddreissig pfunt novi dieselben segmül auch bestunde, als ich dann ietzunt die in das ander jar auch bestanden hab und darvon jerlichen gib viertzig pfunt novi, und laß darzu dem müllner alle jar zehen segpaum schneiden, alsdann der vertrag und zettel, die wir gegen einander gemacht und außeinander geschnitten haben, der ieder eine hat, clerlichen außweisen.

Nun zu derselben sege muß der stat paumeister bestellen ein seger, der der sege dann getrewlich wart und fürleg, doch soll er nichtz schneiden andern leutten on laub eines paumeisters. und was er andern leuten mit gunst eines paumeisters schneidt, darvon soll der seger einnemen ie von einem schnit vier pfenning, es wern dann so kurtz holtzer, mocht er minder nemen; was aber eichens holtz were, sol er sechs oder siben pfenning nemen von einem schnit. mer und minder darnach das holtz ist etc. und solich gelt dann der stat paumeister prengen und mit im abrechen und das getrewlich überantwörten und verrechen, als er des denn einem paumeister alle jar geloben und sein trew an eines aides stat darumb geben soll, alles angeverlichen.