[55] Etwas weiter unten hat der Verf. aber doch seine Ansicht hierüber in ziemlich bestimmter Form geäußert. Vgl. dazu Anm. [58] auf [S. 23].

[56] S. dazu Näh. im Vokabular unter „fahrende Leute“.

[57] Diese Behauptung dürfte dahin zu berichtigen sein, daß umgekehrt der Begriff „jenische Sprache“ der geschichtlich früher auftretende gewesen ist. Vgl. dazu Näh. oben in meiner „Vorbemerkung“, [S. 4] und Anm. [6].

[58] In der Fassung dieses Satzes hat sich der Verf. sehr eng an die Ausführungen angeschlossen, die Liebich, Die Zigeuner, S. 114 über das Verhältnis der sog. Standes- oder Berufssprachen zur Gaunersprache gegeben hat.

[59] Auch dieser Satz stimmt fast wörtlich mit dem überein, was Liebich, a. a. O., S. 114, 115 über das Verhältnis der Zigeunersprache zur Gaunersprache bemerkt hat. — Der Sache nach ist das von Wittich Gesagte übrigens unlängst auch von W. Zündel in den „Württemb. V.-J.-Heften für Landesgeschichte“ usw., N. F. Bd. XIII, S. 205 bestätigt worden. („Auch weist der richtige Zigeuner einen Stammesgenossen, der ihm gegenüber jenische Kenntnisse verwerten will, zurecht: goi dig hawo jenari, d. h. ‚sieh da, was für ein Jenischer‘“.)

[60] Auch hierbei zeigt sich Anschluß an Liebichs ähnliche Bemerkungen über die Zigeunersprache (a. a. O. S. 118).

[61] Die Mehrzahl dieser veralteten Vokabeln ist hebräischen Ursprungs (vgl. schon m. „Vorbemerkung“, [S. 9]). Während für Bomm = Schweiz überhaupt kein (neueres) Ersatzwort angeführt ist, sind für die übrigen unmodern gewordenen Bezeichnungen teils Wörter eines anderen Stammes eingetreten (so für abgeholcht, holchen, Jamm, mich kohlert, malochen, Mogumle, Palar), teils solche, die zwar auf den gleichen Stamm zurückgehen, aber in der Form geringere oder größere Veränderungen aufweisen (so für Baiser, Mahlbosch, schornen). Als doch nicht völlig veraltet erscheinen nach dem Vokabular selbst: Fehma = Hand und Schofelkitt = Zuchthaus (vgl. dazu auch das Vokabular unter „Arrest“); zopfen ist zwar im Wörterbuch für „stehlen“ nicht erwähnt, dagegen findet es sich unter „erwischen“ sowie in der Zusammensetzung herauszopfen = herausstehlen, u. zu vgl. ist ferner das von dem Zeitw. abgeleitete Subst. Zopferei = Diebstahl. Auch Schücksel für „Mädchen“ fehlt im W.-B., aber unter „Hure“ ist die Verbindg. schofle Schüx (also unverkleinert) angeführt. Daß Mochum (statt des älteren Mokem) noch jetzt sowohl „Stadt“ wie „Dorf“ bedeuten soll, ist aus dem Glossar nicht ersichtlich, da der Ausdruck dort (neben der Form Mocham) nur unter „Dorf“ — nicht auch unter „Stadt“ — aufgeführt ist. Das vom Verf. im Manuskript ebenfalls als veraltet genannte Rawine = Leiter habe ich hier gestrichen, da es in ganz derselben Form und Bedeutung auch im W.-B. selber enthalten ist. — Über einige in das Verzeichnis von Wittich selber nicht mit aufgenommene veraltete oder in der Bedeutung veränderte Wörter hat er (unten [S. 28]) noch besondere Bemerkungen gegeben.

[62] Das Stammwort holchen (= gehen) findet sich (in dem bes. verwandten Quellenkreise) schon im Dolm. der Gaunerspr. 92, ferner im W.-B. des Konst. Hans 255 (= laufen, springen; vgl. 260: abg’holcht), bei Schöll 271, 272 (= laufen, gehen) u. im Pfulld. J.-W.-B. 340, 342 (ebenso). Vgl. auch noch Pfälz. Händlerspr. 437 (hulchen = springen). Zur Etymologie des (schon bei G. Edlibach um 1490 [20] in der Form alcha bezeugten) Wortes (vom hebr. hâlak) sowie über weitere Belege s. die Angaben in Groß’ Archiv, Bd. 47, S. 213, Anm. 1 u. S. 227, Anm. 2; vgl. auch noch Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1762.

[63] S. Näh. im W.-B. unter „davongehen“.

[64] S. Näh. im W.-B. unter „Gasthaus“.