[230] S. abbetteln u. Abort.
[231] S. Aas, vgl. „Vorbemerkung“, [S. 15], [Anm. 36] (subst. Partiz.).
[232] Dofes ist im W.-B. auch durch „Gefängnis, Gewahrsam, Haft“ u. „Kerker“ wiedergegeben; dazu: im Dofes = gefangen sowie die Zusammensetzg. Dofesbu(t)z = Gefangenwärter. Ableitg.: das Zeitw. ei’dofema = einkerkern (einsperren, einstecken). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Pfulld. J.-W.-B. 340 (Doves = Gefängnis); Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. 67 (Doves = Arrest, Ratte-Doves = Dunkelarrest); Schwäb. Händlerspr. 479, 488 (Dôfes [in Pfedelb. (214): Doves] = Arrest, Zuchthaus). Vgl. auch Pfälz. Händlerspr. 437 (Dôfes = Gefängnis). Über sonstige Belege im Rotwelsch sowie die Etymologie des Wortes (wohl vom hebr. tâfaf = „ergreifen, gefangen nehmen“) s. Groß’ Archiv, Bd. 38, S. 288 (mit weiteren Angaben); vgl. auch noch Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 246/47, welcher meint, daß der Ausdruck „vielleicht volkstümlich an tōf (gut) ironisch angelehnt“ sei.
[233] S. Abort.
[234] Lek hat dieselben Bedeutgn. wie Dofes u. außerdem noch insbes. die von „Zuchthaus“ (s. oben i. Text); vgl. dazu: im Lek = gefangen; Zus.: Lekbu(t)z = Gefangenwärter; Ableitg.: ei’leken = ei’dofema. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 92, 100 (Leck = Gefängnis, Leik = Turm); W.-B. des Konst. Hans 254 (Lek, plur. Leke = Gefängnis); Schöll 272 (ebenso, vgl. 273: in der Leke = in der Gefangenschaft); Pfulld. J.-W.-B. 340 (Leke [sing.] = Gefängnis); in der schwäb. Händlerspr. unbekannt. Zur Etymologie bemerkt Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1172 nur, daß sie „unklar“ sei; Stumme, S. 21, hat das hebr. lâqach = „nehmen, ergreifen“ herangezogen; vgl. auch A.-L. 566 unter „Lekach“ vbd. mit 561 unter „Leck“, wo jedoch in erster Linie deutscher Ursprung des Wortes angenommen (mhd. lûchen od. liechen, ahd. lûhhan, liohhan = „schließen, zuschließen“, das auch das Stammwort für unser „Loch“ [schon mhd. loch oder (seltener) luch auch = Gefängnis]) gewesen ist; s. Weigand, W.-B. II, Sp. 75, vbd. mit Grimm, D. W.-B. VI, Sp. 1093, 1094, Nr. 4). Demnach dürfte Lek = Loch zu deuten sein, wofür auch die Form Locke (= Gefängnis) schon im älteren Rotwelsch (s. A. Hempel 1687 [169]; Waldheim. Lex. 1726 [187]; Körners Zus. zur Rotw. Gramm. von 1755 [240]) spricht, ferner der gleiche Gebrauch von Loch in der modernen Gaun.- u. Kundenspr. (s. z. B. Rabben 83 u. Ostwald [Ku.] 96), bei den Studenten (vgl. Kluge, Studentenspr., S. 18 [schon in älterer Zeit]: Hundsloch = Karzer), Schülern (s. Eilenberger, Pennälerspr. S. 15 u. 42: Loch = Karzer) und Soldaten (s. Horn, Soldatenspr., S. 9 u. 121: Loch = Arrestlokal) sowie auch wohl in der allgemeinen Umgangssprache (vgl. dazu u. a. Blumschein in d. Wiss. Beih. zur Zeitschr. des Allg. Deutsch. Sprachv. III, S. 117).
[235] S. angenehm.
[236] S. anmutig.
[237] S. absterben und Amtmann.
[238] S. abgerahmte Milch.
[239] Schottel (plur.: Schottle) = Schüssel, Büchse (Gefäß, „Gelte“, Geschirr, Korb, Kübel, Schale, Tasse, Teller, Wanne) ist beliebt in zahlreichen Zusammensetzungen für allerlei Behältnisse, so (außer Schundschottel) noch: Lehmschottel = Brotbüchse, Soreschottel = Erbsen- od. Linsenschüssel, aber auch Pfefferbüchse u. Porzellantasse, Schmunkschottel = Fettbüchse, Bossertschottel = Fleischbüchse, Flößlingschottel = Heringbüchse, Süßlengschottel = Kaffeetasse, aber auch Zichorienbüchse, Staubschottel = Mehlschüssel, Gleisschottel = Milchgefäß, eigtl. Milchschüssel, Hornikelgielblättlingschottel = Ochsenmaulsalatschüssel, Horbogebossertschottel = Rindfleischbüchse, Spronkertschottel = Salzbüchse, Schwächschottel = Trinkgeschirr, Trinkschale, Pfladerschottel = Waschbecken. Mit Schottel am Anfang ist dagegen nur eine Zus. gebildet worden, nämlich Schottelpflanzer = Korbmacher. Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 95, 98 (Schodel = Schüssel, Schottel = Korb, Schottelpflanzer = Korbmacher); Pfulld. J.-W.-B. 342 (Schottel = Kachel); Schwäb. Händlerspr. 481, 483, 488 (Schottele = Korb, Glas [in Pfedelb. (212): Schoppen], Wanne, Schottelepflanzer = Korbmacher). Etymologie: Die Vokabel, die sonst im Rotw. auch in der Form Schuttel vorkommt (s. z. B. Pfister bei Christensen 1814 [330]), ist doch wohl nur eine (dialekt.) Veränderung von uns. gemeinspr. „Schüssel“ (mnd. schottel od. schuttel [Weigand, W.-B. II, Sp. 805]); s. Günther, Rotwelsch, S. 52; vgl. auch Groß’ Archiv, Bd. 46, S. 31.